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Der Gesang der Nachtigall

Meine Buch-Enttäuschungen im Jahr 2017



Inspiriert von der Shortlist des Leserpreises von Lovelybooks (noch kann man übrigens abstimmen), möchte ich mal über meine Enttäuschungen des Jahres reden. Ich würde ja auch über die Buchcover und Buchtitel-Kategorien des Leserpreises reden wollen. Aber ich möchte mich nicht mehr so viel aufregen. Ist nicht gut für die Gesundheit und so…

Origin


Quelle: Bastei Lübbe
Ja, es ist Dan Brown. Ja, ich habe seine anderen Bücher überwiegend geliebt. Ja, eigentlich ist dieses Buch jetzt auch nicht viel anders. Aber da liegt das Problem: Schema F. Oder besser Schema Robert Langdon. Noch dazu mit eher mäßig recherchierten Computerwitzen und jeder Menge „Computer sind soo böse und wir müssen aufpassen, dass wir nicht abhängig werden und oh mein Gott, lasst uns in die Kirche gehen.“.

Caraval

Quelle: Piper

Ich weiß nicht was andere Leute an diesem Buch gut finden. Ich verstehe es einfach nicht. Klar, es ist teilweise brilliant geschrieben. Aber eben auch nur von den Wörtern her. Was bringt es mir, wenn ich mich an tollen Metaphern und Beschreibungen berauschen kann, wenn der Inhalt nicht stimmt? Hier werden Plotlöcher durch Zufälle gestopft und die Hauptperson ist so naiv und ängstlich, dass man sie eigentlich nur schütteln möchte.

Die Krone der Sterne

Quelle: Fischer TOR

Ich wollte dieses Buch so sehr gut finden. Zu mindestens ein wenig. Aber ich bin nicht weit gekommen mit diesem Vorsatz. Vielleicht habe ich einfach zu viele Bücher von Kai Meyer gelesen, aber mir geht hier die Hauptfigur schon wenige Sätze nach ihrem ersten Auftreten auf die Nerven.

Selkie

(positiverweise nicht auf der Leserpreis-Liste)
Quelle: Heyne
Ich sag dazu nichts mehr. Ich lasse einfach den Link da zu meinem Beitrag.

Außerdem gibt es noch einige Bücher auf der Shortlist, die ich aus Gründen nicht gelesen habe. Man kann also nicht so wirklich von einer Enttäuschung reden. Allerdings bin ich sehr wohl enttäuscht, dass sie es auf die Shortlist geschafft haben.


Quelle: Piper
Zum Beispiel die Paper-Reihe von Erin Watt, die ersten drei Bände stehen auf der Shortlist für den besten erotischen Roman (immerhin nicht bei den Jugendbüchern, so wurden sie nämlich vermarktet). Wieso ich diese Bücher (abgesehen von einem kurzen Durchblättern und Auszügen auf Twitter) nicht gelesen habe? Sie porträtieren eine bzw. mehrere Missbrauchsbeziehungen. Ein (leider) übliches Problem bei erotischen Romanen. Ich will nicht abstreiten, dass es auch Bücher in dem Genre gibt, die nicht so sind. Aber meinem Eindruck nach ist es leider viel zu häufig der Fall, grade seit 50 Shades of Grey. Wahrscheinlich möchte ich gar nicht wissen in wie vielen der Bücher auf dieser Shortlist eben keine gute, gleichberechtigten Beziehungen zu finden sind.

Welches Buch habt ihr dieses Jahr so gelesen, was gar nicht euren Erwartungen entsprochen hat? Wie findet ihr die Leserpreis Shortlist? Habt ihr nominiert?

Kommentare

  1. Hey :)

    Ich hoffe, du bist mir nicht böse, dass ich ein wenig gegrinst habe, als ich den Titel deines Beitrags in meinem RSS Reader gesehen habe ;) ... Aber mein erster Gedanke war tatsächlich, warum man eigentlich bestimmte Titel auf der LB Shortliste nicht wieder "downvoten" kann (So ein Daumen runter würd ich manchen Büchern wirklich gern geben!).

    Nicht dass ich wirklich etwas anderes erwartet hätte, aber es ist schon traurig, dass die Kleinen, Selfpublisher und andere, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, hier regelmäßig den Kürzeren ziehen. Leider sagen Leserpreise bestenfalls etwas über die Beliebtheit mancher Bücher oder Autoren aus, als Wegweiser für gute Bücher sind sie jedenfalls nicht zu sehen ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hallo Ascari,

      es ist nun mal ein reiner Beliebheitswettbewerb. Was ja irgendwie auch gut ist, so spiegelt es wenigstens die Leser wieder. Aber es ist schon schade um die vielen schönen Bücher, die so unter den Tisch fallen.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  2. Ich bin froh, dass alle meine Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe und die tatsächlich Neuerscheinungen waren, zwischen mittel und gut waren. Und bis auf Trevor Noahs Biografie sind jetzt sogar alle auf der Shortlist.

    Meine Enttäuschungsbücher des Jahres sind alle schon vor Längerem erschienen, so dass ich mich nicht über gewisse Bücher beim Preis ärgern muss. Es sind halt vor allem die Gehypten, die mich allein deshalb schon nicht ansprechen. Aber das bin ich gewohnt. Und ich bin froh, dass meine Lieblinge dabei sind, sich zwischen all den Hype-Büchern durchsetzen (naja, und wie Qualityland teils selbst einen Hype ausgelöst haben).

    Meine größten Enttäuschungen waren aber Klassiker. Anna Karenina, Shaws Heilige Johanna, Ringelnatz' Erzählungen und Dickens Tale of two Cities. Es gab noch viel mehr, die ich wirklich schlecht fand. Aber die Klassiker tun am meisten weh. Weil es so viele Leute gibt, die sie lieben und man sich immer fragt, warum man selbst nicht sehen kann, was diese Leute sehen.

    LG

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    1. Hi,

      oh ja, das mit den Klassikern kann ich total verstehen. Es gibt so viele Leute, die diese Bücher gut finden und man selbst steht dann da. Ich habe das auch schon gehabt, manchmal passt einfach das Buch nicht zu einem.

      LG
      Lena

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  3. Hallo Lena :)

    Ich habe noch keines von deinen Flops gelesen, habe aber Caraval noch auf der Wunschliste. Nach den ganzen negativen Rezensionen wollte ich es eigentlich nicht mehr lesen, aber in letzter Zeit kommen immer wieder auch positive Stimmen und daher denke ich, dass ich mir ein eigenes Bild machen sollte. :)

    Die Paper-Reihe werde ich auch niemals lesen. Es ist einfach nicht mein Genre und was in diesen Büchern passiert, wird mich nicht unterhalten, sondern wohl eher dauernd die Augen rollen lassen ...

    Einen totalen Flop lese ich gerade: Together Forever von Monica Murphy. Das Buch handelt von einem Mädchen, das sich dafür bezahlen lässt, eine Woche die Freundin eines reichen Studenten zu spielen. Dabei fragt sie sich die ganze Zeit, ob sie sich prostituiert und wenn sie das nicht gerade tut, sabbert sie ihn förmlich an ... Einfach schlecht.

    Liebste Grüße
    Ellen

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    1. Hi Ellen,
      Together Forever hört sich ja wirklich gruselig an...

      Ich habe Caraval auch wegen der guten Rezensionen gelesen. Viele waren ja auch wirklich begeistert davon, aber mein Fall war es so gar nicht.

      LG
      Lena

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  4. Ich habe schon den Eindruck, dass massiv beworbene und gehypte Bücher um einiges unkritischer gelesen werden, nur eben, weil sie in aller Munde oder schon auf den Bestsellerlisten sind und man sich nicht gegen den Trend stellen will. Nach dem Motto: Das Buch kann ja gar nicht so schlecht sein, wenn ...
    Umso mehr freue ich mich über alle, die auch diese Bücher genaus0 lesen wie ein völlig unbekanntes Werk von Autor X. Dann stößt man nämlich auf objektive Kritkpunkte und hat für sich ganz andere Favoriten.

    Von Deiner Auswahl habe ich Paper Princess gelesen und kann Deine Bedenken bestätigen. Was da als Rollenmodell von Beziehungen und menschlichem Umgang miteinander völlig unkritisch dargestellt wird, ist echt haarsträubend.

    Origin will ich noch lesen, auch wenn ich mir gut vorstellen kann und schon von anderer Seite gehört habe, dass keine große Überraschungen oder Abweichungen vom Schema zu erwarten sind. Das passiert so einigen Autoren, dass sie sich am Erfolgsmodell festhalten, und irgendwann erreicht man als Leser dann den Punkt, an dem der ewig gleiche Aufguss einfach uninteressant wird.

    Dann schaue ich nach innovativen Selfpublishern oder kleinen Verlagen, die sich etwas Neues trauen und fahre ganz gut damit.

    LG Gabi

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    1. Hey Gabi,

      Dieses Festhalten am Schema ist nur so schade. Grade wenn man den Autoren durchaus zutraut auch mal was anderes zu schreiben! Da lohnt sich das 'Risiko' unbekannte Autoren zu lesen :)

      LG
      Lena

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  5. Donnerwetter! Da hat sich aber jemand ins Zeug gelegt! Gratulation! Ich wünsche viel Erfolg als Buchkritikerin! ;-)

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    1. Danke, danke, danke *verbeug*
      Ich freue mich immer, wenn mir Menschen meine persönlichen Wahnvorstellungen bestätigen ^^

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  6. Ich habe mich auch bei so einigen Büchern gewundert, wie sie bei den Favoriten gelandet sein können. Die meisten habe ich zwar nicht gelesen, aber beispielsweise zu Caraval habe ich viel mehr negative Meinungen gehört als gute oder auch nur mittelmäßige und da habe ich mich dann doch gefragt, wie es es trotzdem auf die Liste geschafft hat. Wahrscheinlich gerade deshalb, weil man eben nicht downvoten kann.
    Bei den Kategorien Titel und (vor allem) Cover war ich auch entsetzt, was da so alles draufsteht. Auch wenn das natürlich Geschmackssache ist, bin ich sicher, dass da eher nach Qualität der Geschichte oder Sympathie entschieden wurde und nicht anhand der eigentlichen Kriterien.
    Auch bei der Paper-Reihe schließe ich mich dir an. Nicht gelesen, aber nach den Auszügen, die ich gesehen habe, habe ich auch keinerlei Interesse daran.

    Liebe Grüße!

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    1. Hey Jacquy,

      ich habe mittlerweile ein bisschen das Gefühl als ob Caraval eines dieser Bücher ist, dass man entweder liebt oder hasst. Und sehr viel dazwischen gibt es nicht. Wobei man zugeben muss: Es ist vom Stil her wirklich toll geschrieben bzw. übersetzt. Nur der Rest hat mich so gar nicht überzeugt ^^
      Grade bei den Titeln sind einige Sachen dabei wo ich nur dachte 'Hä? Was ist denn daran so besonders?'. Cover kann man immer noch argumentieren, dass das sehr viel mehr Geschmackssache ist. Aber einige der Titel sind für ihr Genre einfach typisch und nicht irgendwie außergewöhnlich.

      LG
      Lena

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  7. Chapeau! Als Autor, der natürlich auch schlechte Kritiken bekommen hat, muss ich einfach mal sagen toll. Deine Kritik ist nicht verletzend oder diffamierend, sondern begründet. Ist leider nicht immer so. Vor allem Deine Meinung zu Paper Princess. Da steckt Haltung dahinter. Toll.

    Ich kann so manchen Hype im Buchmarkt eh nicht nachvollziehen. Mit großes Budget werden Säue durchs Dorf getrieben und alle wollen Schnitzel. Manche Verlage sind echt wie Primark.

    Liebe Grüße
    Salih Jamal

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    1. Danke :) Ich versuche immer meine Meinung möglichst gut zu begründen, auch wenn es manchmal schwer fällt, weil es eben doch nur eine Meinung ist und damit auch gefühlsabhängig.
      Über Paper Princess (und noch mehr über 50 Shades of Grey) könnte ich mich stundenlang aufregen. Aber das würde so ab Word Seite 3 oder 4 niemanden mehr interessieren xD

      Liebe Grüße,
      Lena

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