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Vermählung - Rezension

#dbp17 - Die Longlist-Leseproben


Wie versprochen habe ich mich auch dieses Jahr wieder durch die Longlist-Leseproben gearbeitet.
Welche Longlist, welche Leseproben? Nun, die vom Deutschen Buchpreis natürlich. Der wird jedes Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse vergeben und zeichnet den deutschsprachigen "Roman des Jahres" aus. Oder das was die Jury dafür hält.

Und meine Meinung? Die ist - wie letztes Jahr auch - mal wieder völlig unqualifiziert und unprofessionell. Ich habe nur die Leseproben gelesen und beschlossen, darauf basierend ein Urteil zu bilden. Ein vorläufiges Urteil auf jeden Fall, denn vielleicht werde ich das eine oder andere Buch auf dieser Liste auch noch richtig lesen. Dazu gibt es dieses Jahr statt Buchcovern GIFs. Denn irgendwie macht alles mehr Spaß mit GIFs.😁

Mirko Bonné – Lichter als der Tag


Eventuell sollte man der Hauptfigur Raimund Merz mal einen guten Psychologen empfehlen. Das mit dem Licht sehen, ist jetzt ja doch irgendwie seltsam. Ansonsten ist dieser Text einfach unglaublich unaufällig, auch vom Schreibstil her.

Gerhard Falkner – Romeo oder Julia

Oh, ich mag den Schreibstil. Oder besser: Ich mag den sarkastischen Tonfall des Erzählers. Allerdings glaube ich, würde der mir irgendwann gewaltig auf die Nerven gehen, wenn der sich wirklich so durch das Buch zieht.

Franzobel – Das Floß der Medusa

Das ist ziemlich schnell, ziemlich unschön geworden, oder nicht? Mir gefiel die erste Seite besser als das ganze Gerede über Kannibalismus und den Kapitän, dessen Namen man gleich wieder vergessen dürfe. (Warum nennt man ihn dann? Überhaupt, diese ganzen Andeutungen sind eine komische Art und Weise zu erzählen.)

Monika Helfer – Schau mich an, wenn ich mit dir rede!

Häh? Nochmal langsam bitte, ich komme mit dieser Mischung aus Realität und Fantasie nicht klar.
Worum geht es denn nun? Um die Frau in der U-Bahn? Oder um die Geschichte, die sich die Hauptfigur dazu ausdenkt? Oder um die Tatsache, dass die Hauptfigur wohl mit der Realität nicht so ganz klar kommt?

Christoph Höhtker – Das Jahr der Frauen

Ok. Wir haben es hier scheinbar mit einer Hauptfigur zu tun, die von Frauen nur mäßig viel hält. Und einem Psychotherapeuten, der da so gar kein Problem mit hat. Und Drogen sind wohl auch irgendwie im Spiel. Und Selbstmordgedanken. Und wieso sollte ich das lesen?

Thomas Lehr – Schlafende Sonne

Kann mal wer dem Autor die Drogen wegnehmen?

Jonas Lüscher – Kraft

Ein Buch darüber, dass einem Autor nichts einfällt. Nun ja, ich denke, dass kann man irgendwie dann auch als ehrlich bezeichnen.

Robert Menasse – Die Hauptstadt 

Oh, ich mag diese Perspektivwechsel passend zum Weg des Schweins durch Brüssel. Und der letzte Satz der Leseprobe „Sein Vater hatte ihn vor Europa gewarnt“ passt einfach so wunderbar!

Birgit Müller-Wieland – Flugschnee

So richtig eine Meinung habe ich zu dieser Leseprobe nicht. Sie hat mich einfach kalt gelassen

Jakob  Nolte – Schreckliche Gewalten

Also der Autor hat als Kind zu viel Harry Potter gelesen. Anders kann ich mir die Brille nicht erklären. In der Leseprobe scheint auch ein Monster vorzukommen. Allerdings ist die ganze Situation insgesamt sehr verworren und kompliziert.

Marion Poschmann – Die Kieferninseln

Langsam erkenne ich einen Trend. Nämlich den, dass eine gute Hauptfigur psychische Probleme haben muss. Verlässt seine Frau wegen eines Traumes. Einfach so.

Kerstin Preiwuss – Nach Onkalo

Matuschek scheint geistig etwas zurück geblieben zu sein. Oder sehr gut im Tatsachen ignorieren. Sonst habe ich aus dieser Leseprobe nichts mitgenommen. Unauffällig.

Robert Prosser – Phantome

Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie hat diese Leseprobe etwas. Vielleicht wegen des Einblicks in das Albanien während der Diktatur? Oder weil der Erzähler etwas heraussticht? Schließlich ist ein Graffiti-Künstler jetzt nicht unbedingt eine typisch im Literatur-Bereich…

Sven Regener – Wiener Straße


Mir gefällt der Schreibstil. Warum? Weil er nichts Besonderes ist und sich nicht übermäßig bemüht irgendwie auffällig zu sein. Das ist sehr angenehm im Vergleich zu einigen anderen Leseproben.  Außerdem scheinen hier auch keine psychologisch auffälligen Menschen anwesend zu sein und man kann es insgesamt einfach gut lesen statt sich Gedanken um die angewandten Stilmittel machen zu müssen…

Sasha Marianna Salzmann – Außer sich

Ah ja, Eifersuchtsdramen spielen sich hier ab, leider wird nicht ganz klar, wann genau das spielt. Wäre für den Kontext ganz nett. Ganz nett ist die Leseprobe übrigens auch, so richtig begeistern konnte sie mich aber nicht, auch wenn mir die Idee an sich gefällt.

Ingo Schulze – Peter Holtz

Der Junge ist für fast 12 Jahre ja schon sehr klug, an seinem Verständnis für den Realsozialismus muss er aber noch etwas feilen. Stellenweise musste ich aber deswegen trotzdem lächeln, diese Szene passt auch so ein bisschen zu dem Sprichwort „Kindermund tut Wahrheit kund“. Beeindruckt hat es mich trotzdem nicht.

Michael Wildenhain – Das Singen der Sirenen


Ach man, ich hatte mich grade an gut zu lesende Leseproben gewöhnt. Und dann ist hier wieder so ein verworrener Bewusstseinsstrom. Ich glaube er hat was mit Mae, die scheinbar nicht weiß ist und irgendwas mit Stammzellen macht. Was mich viel mehr interessiert: Was macht die Hauptfigur überhaupt in London? Und warum braucht er einen zusätzlichen Koffer? Paket ist doch billiger…

Julia Wolf – Walter Nowak bleibt liegen 

Wie war das doch gleich? Ein vollständiger Satz besteht aus Subjekt, Prädikat, Objekt? Bei diesem Text möchte ich gerne mit dem Rotstift dran gehen… Ein ganzes Buch könnte ich das ganz sicher nicht durchhalten, genau genommen haben die paar Seiten hier schon stark an meiner Belastungsgrenze gekratzt.

Christine Wunnicke – Katie 

Mr Crookes geht mir mit seinem Rumgerede zwar auf die Nerven, aber irgendwie möchte ich auch mehr erfahren. Ich möchte wissen, worauf das alles hinausläuft und welchen Sinn und Zweck diese Szene eigentlich hat.


Feridun Zaimoglu – Evangelio 

Das Konzept einen Roman in eher alter Sprache zu schreiben ist ja an sich eine tolle Idee. Aber halt eine dieser guten Ideen, bei der man bei der Umsetzung feststellt, dass sie vielleicht doch eher eine blöde Idee war. Das Ganze ist nämlich unglaublich anstrengend zu lesen.


Habt ihr die Leseprobe auch schon gelesen? Oder sogar eines der Bücher auf der Longlist? Verfolgt ihr den deutsche Buchpreis überhaupt?

Kommentare

  1. Sehr lesenswerte Eindrücke. :D
    Zwei, drei Kandidaten reizen mich durchaus (z.B. "Romeo oder Julia" - trotz des einfallslosen Titels), aber bei einem Großteil der Bücher fragte ich mich beim Lesen der Klappentexte, was daran so spannend/ interessant sein soll. In vielen Fällen klang es für mich so, als würde der/die Protagonist*in eigentlich keine Probleme haben, sich aber unbedingt zwangsweise eines suchen wollen. Kurz: Vieles klang für mich an den Haaren herbeigezogen und furchtbar langweilig. Deine Eindrücke von den Leseproben haben das jetzt noch einmal für mich bestätigt.

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    1. Mich hat vor allem irgendwie gestört, dass die scheinbar alle ein psychisches Problem haben. Oder sich eines gesucht haben. Ja, auch darüber muss es Bücher geben, aber müssen die alle für den Buchpreis nominiert sein?

      Aber gut, vielleicht sind wir einfach nicht die richtige Zielgruppe für diese Bücher xD

      Liebe Grüße,
      Lena

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  2. Deine Eindrücke sind erfrischend ehrlich :)
    Wobei mir die diesjährige Liste viel besser gefällt als die vom letzten Jahr.
    Auf jeden Fall werde ich mir das Floß der Medusa und Schreckliche Gewalten näher ansehen, einfach weil sie herausstechen und mal was ganz Anderes sind. Ansonsten finde ich einige Bücher ziemlich ähnlich - aber in einer seltsamen Art. "Es ist kompliziert" scheint generell ein Bewertungskriterium zu sein.
    Aber vielleicht muss man einigen dieser Bücher auch einfach mal eine Chance geben, sich zu entfalten. Ich find es auf jeden Fall immer spannend durch den Buchpreis Bücher zu entdecken, die ich sonst wohl gar nicht in die Hand nehmen würde.

    Liebe Grüße, Anja

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    1. Hallo Anja,

      ja, vielleicht müsste man ihnen wirklich eine Chance geben. Vielleicht sind die Leseproben auch nur blöd gewählt. Andererseits ist meine Wunschliste auch schon so lang genug ohne jedem Buch eine Chance zu geben xD

      LG
      Lena

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  3. Huhu!

    Sehr interessanter Beitrag! :-)

    Ich habe mir vier Bücher herausgesucht, die ich auf jeden Fall lesen werde:
    "Flugschnee" (ich hoffe einfach, dass das Buch mehr zu bieten hat als die Leseprobe), "Die Kieferninseln" (weil es da auch um den japanischen Dichter Basho geht, den mein Mann und ich sehr schätzen), "Außer sich" (spricht mich aus einem Grund an, der mir selbst nicht ganz klar ist) und "Walter Nowak bleibt liegen".
    Letzteres habe ich sogar schon halb durch, und ja, es ist wirklich manchmal anstrengend zu lesen! Bücher, die sich des Stilmittels Bewusstseinsstrom bedienen (Virginia Woolf und James Joyce lassen grüßen), sind das für mich immer, aber es hat irgendwie auch was – so nah kommt man einem Protagonisten sonst nie.

    Mit "Romeo oder Julia" liebäugele ich noch, mal schauen, ob ich noch Lust darauf habe, wenn ich mit den anderen Büchern durch bin. Auch "Die Hauptstadt" ist ein Buch, von dem ich mir vorstellen könnte, es zu lesen.

    "Schau mich an, wenn ich mit dir rede" spricht mich auch überhaupt kein bisschen an... "Das Jahr der Frauen", nee, danke, das auch nicht.

    Zu "Schlafende Sonne" gibt es ja inzwischen richtig unterirdische Rezensionen, ich glaube, das spare ich mir auch.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

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    1. Danke für das Verlinken, Mikka :)

      Eine Leseprobe an sich ist ja manchmal jetzt nicht so aussagekräftig, also ist "Flugschnee" als ganzen Buch gesehen ja vielleicht wirklich besser. Im Gegensatz zu so manch anderem Buch hat mich die Leseprobe da auch nicht völlig verwirrt zurück gelassen xD

      LG
      Lena

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  4. Hi Lena,

    da die Bücher ziemlich weit weg von meinem Lesegeschmack sind, habe ich nicht reingelesen, finde aber deine Kommentare zu den Büchern sehr sarkastisch und witzig, so dass es richtig Spaß macht, deinen Beitrag zu lesen :-) Aber es hat sich trotzdem bestätigt, dass keines der Bücher was für mich ist ;-)

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hi Desiree,

      ich gehe da auch mit sehr viel Abstand ran. aber es macht Spaß das ganze mal nicht ganz so ernst zu nehmen ^^

      LG
      Lena

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  5. Hallo!

    Sehr schöne Zusammenfassung. Ich bin so ganz und gar kein Fan von Leseprobe. Deshalb ist dein kurzer Überblick für mich doppelt interessant.

    Ich hab gestern "Die Hauptstadt" von Menasse beendet. Schwierig mit den vielen Personen nichts durcheinander zubringen, aber wirklich ein sehr schönes Buch. Die Herausforderungen und Unsinnigkeiten der Europäischen Kommission, sowie die Entwicklung dieser werden schön dargestellt. Ein tolles, wichtiges Buch. Ich denke, die wenigstens wissen heute nach was überhaupt die Beweggründe für die EU waren. In Zeiten in denen rechte Parteien dramatischer Weise immer mehr an Zuspruch gewinnen ein sehr wichtiges Thema.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Hallo Sabrina,

      das hört sich ja gut an, was du über "Die Hauptstadt" zu erzählen hast. Vielleicht sollte ich wirklich das ganze Buch lesen ^^

      LG
      Lena

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  6. Hey liebe Lena,

    da hast du dich ja durch einige Leseproben gearbeitet. Ich finde Leseproben generell sehr hilfreich, um zu schauen, ob einem der Schreibstil gefällt.
    Ich habe bisher nur von Romeo oder Julia und Die Kieferninseln gehört, aber keines gelesen.Die anderen Titel waren mir vorher alle unbekannt.
    Hast du auch einen Favoriten nach dem Reinlesen bzw würdest du eines der Bücher weiterlesen?

    Liebste Grüße
    Nadine

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    1. Hallo Nadine,

      auf meine Wunschliste sind Die Hauptstadt und Wiener Straße gewandert. Allerdings nicht mit besonders großer Priorität fürchte ich. Generell sind Buchpreis-Bücher leider eher selten Bücher die ich gerne lese. Aber versuchen kann man es ja mal ^^

      Liebe Grüße,
      Lena

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