Historische Romane

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Vermählung - Rezension

[Rezension] Die fremde Königin


Informationen zum Buch

Rebecca Gablé Die fremde Königin
Quelle: Bastei Lübbe

Die fremde Königin



Hardcover
673Seiten
26,00 €
ISBN 978-3-431-03977-1
Website des Verlags

-Rezensionsexemplar-

Inhalt:


Italien, 951: Gaidemar, ein junger Panzerreiter, soll die italienische Königin Adelheid und ihre Tochter aus der Gefangenschaft befreien.  Gesandt wurde er vom deutschen König Otto. Nach der erfolgreichen Flucht steigt Gaidemar bei Hofe auf und wird zum Vertrauten der neuen deutschen Königin. Trotz allem bleibt sein Status als Bastard jedoch ein Makel, den er nicht abschütteln kann. Und Gaidemar macht sich mächtige Feinde, die jede Schwächen ausnutzen.

Adelheid ist nun eine Königin in einem fremden Land mit einer teils fremden Kultur. Und auch mit ihr meint das Schicksal es nicht immer nur gut.


Meine Meinung:


„Die fremde Königin“ wird zum überwiegenden Teil aus der Sicht von Gaidemar erzählt, auch wenn Adelheid ebenfalls zu Wort kommt. Daneben werden Teile der Geschichte auch noch aus der Sicht anderer Personen erzählt, bei dem vielen Krieg und den Fehden zwischen den einzelnen Adeligen ist das auch bitter notwendig. Ohne diese Perspektivwechsel hätte man als Leser gar keine Übersicht, wer jetzt grade was wieso macht. Dafür, dass Ottos Herrschaft zu dem Zeitpunkt ja eigentlich schon gefestigt war, gibt es doch noch sehr viele Probleme. Das hätte ich nicht so gedacht.

Mich hat sehr gefreut, dass Tugomir, die Hauptperson aus „Das Haupt der Welt“, auch hier wieder kurz auftaucht. Leider nicht so sehr, wie ich es mir gewünscht hätte. Ja, Gaidemar ist auch ein toller Charakter und steht der königlichen Familie definitiv näher als Tugomir, aber ich mochte den stillen Heiler einfach sehr gerne. Ein Krieger wie Gaidemar kann da einfach nicht mithalten.
Adelheid als historische Persönlichkeit finde ich schon länger interessant, sie brachte ja quasi ganz Italien als Mitgift mit und ohne sie wäre Otto wahrscheinlich nie Kaiser geworden. Rebecca Gablé legt hier sehr viel Wert darauf zu zeigen, dass Adelheid nicht nur dem Namen nach eine Königin war sondern auch ihren Taten nach. Sie hat Otto durchaus beraten und teilweise auch selbst regiert. Ich war von der Figur der Adelheid sehr beeindruckt, sie zeigt unglaublich viel Resilenz. Es war sicher nicht einfach plötzlich fast ganz alleine in einem fremden Land zu sein. Und in einem Land mit einem ganz anderen Klima noch dazu (Darüber beschwert sie sich im Buch seehr häufig xD)
Gaidemar ist eine schwierige Person. Mir behagt es nicht, wie sehr er in seiner Rolle als Soldat aufgeht. Andererseits war es damals natürlich auch wesentlich normaler, Deeskalation war glaube ich Ende des 10. Jahrhunderts noch nicht erfunden. Aber wo viele Menschen froh gewesen wären eine relativ sichere Stelle bei Hofe zu haben, trauert Gaidemar den Panzerreitern nach. Exzessiv. Andererseits ist er unglaublich loyal und hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Ich mag, dass er nicht fehlerfrei ist. Und er steht auch zu diesen Fehlern. Ganz großes Plus.

In gewohnter Rebecca Gablé Manier ist „Die fremde Königin“ ein langes Buch, es hat 672 Seiten und umfasst gut 11 Jahre. 11 Jahre in denen sehr viel passiert: Am Ende ist Otto Kaiser und Gaidemar ein Graf. Diese Seitenzahl mag einige Leute abschrecken, aber sie bietet hier eben auch sehr viel Zeit um die Geschichte zu entwickeln. Das ist auch bitter nötig. Zur Erinnerung: Zwischen 951 und 962 zieht Otto zwei Mal nach Italien, sowohl sein Bruder als auch sein Sohn lehnen sich gegen ihn auf, die Ungarn fallen im deutschen Reich ein und die Slawen auch. Mal abgesehen davon, dass seine Frau 4 Kinder bekam.

Ich persönlich mag die Art und Weise wie hier Geschichte erzählt wird sehr gerne. Die Zeit wird dadurch sehr lebendig und dadurch, dass die primäre Hauptperson nicht historisch ist, bleibt sehr viel Raum um sie zu entwickeln. Vom wirklich „wichtigen“ Geschehen ist man aber trotzdem nicht entfernt.

Fazit:


Rebecca Gablé schafft es auch in „Die fremde Königin“ wieder eine vergangene Zeit auferstehen zu lassen und lebendig zu schildern. Und das ohne dabei die historische Realität allzu sehr zu verbiegen. Dafür verdient sie einen großen Applaus und natürlich 5 Sterne. Auch wenn Tugomir nur selten vorkam.


Kommentare

  1. Ist dieser Band ein Einzelband oder Teil einer Reihe? Das klingt ja richtig interessant, auch wenn ich historische Romane bisher eher stiefmütterlich behandelt habe! Das werde ich mir nochmal genauer anschauen, danke für den Tipp! :)
    LG Katharina

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    1. Hmm, beides? Er steht für sich alleine (das tun übrigens alle Bücher von Rebecca Gablé), aber es werden schon mehrere Andeutungen auf die Handlung von "Das Haupt der Welt" gemacht. Wie z.B. das Tugomir in beiden Büchern vorkommt und natürlich auch Otto, den man als Person auch besser versteht, wenn man "Das Haupt der Welt" gelesen hat. Man kann "Die fremde Königin" aber ohne Problem als Einzelband lesen.

      LG
      Lena

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