Rezensionen

Rezensionen
Letzte Rezensionen

litnetzwerl

litnetzwerl
#litnetzwerk

Lieblingsbeitrag

Lieblingsbeitrag
Vermählung - Rezension

[Leseratten zu Gast] Ulrike von Literatur im Internet

Man könnte behaupten, dass es heute richtig anspruchsvoll wird. Auf jeden Fall finden sich auf Ulrikes Liste mit Lieblingsbüchern nicht nur mehr Bücher, als bisher bei allen anderen, sondern auch wesentlich mehr Klassiker! Wenn sie nicht grade meine Fragen beantwortet, bloggt sie auf Literatur im Internet.  Einen Blog, den ich über Twitter gefunden habe,

Aber jetzt auf zu den Antworten.


Gab es für dich „den“ Moment oder „das“ Buch der/das dich zur Leseratte gemacht hat? 
Neben herrlichen Weihnachtsfesten, die ich als Kind ab dem ersten Feiertag lesend verbracht habe,
erinnere ich mich noch an die Besuche in der Stadtteilbibliothek, bei denen ich immer ein bisschen
zuviel ausgeliehen habe.
Genauso prägend waren die Aufenthalte in der Schulbücherei. Dort durfe man nämlich auch ein
bisschen mehr als das übliche Pensum ausleihen, wenn darunter neue Bücher waren, die man
zuhause einbindet. Fairer Deal! Leider wurde die Bibliothek ein paar Jahre vor meinem Abi
eingestellt. Später habe ich als Hiwi in einer Institutsbibliothek gearbeitet.

Was war dein erstes (Lieblings-)buch? 
Mein erstes Lieblingsbilderbuch war Das Geheimnis der blauen Pfeilevon David McKee. Eine
weitere, sehr frühe Liebe galt Enid Blytons Fünf-Freunde-Serie. Damals hatte ich das Glück, beim
jährlichen Bücherbasar der örtlichen Bibliothek einen großen Teil der schönen alten Serie
abzustauben. Ein bisschen später habe ich dann die übliche Auswahl an Pferderomanen
verschlungen. Vor dem Übertritt auf das Gymnasium durfte ich eine Woche Reitferien auf dem Hof
vom Marianne Späh, der Tochter von Lise Gast, verbringen. Beide haben zahlreiche Pferderomane
geschrieben, die teilweise auf ihrer eigenen Familiengeschichte und den Ereignissen auf diesem Hof basieren.

Was ist dir in Büchern besonders wichtig? 
Bis auf einen Chick-Lit-Schmöker pro Jahr darf die Lektüre nicht zu flach und zu eindimensional
sein. Das ist wahrscheinlich eine Déformation professionelle, schließlich habe ich Deutsch und
Geschichte studiert. Daher auch die Vorliebe für Texte, die landläufig als kompliziert oder
„abgedreht“ gelten.

Und was nervt dich am meisten? 
Grammatikalische und stilistische Stolpersteine. Das kommt mir zum Glück selten unter.
Ungenauigkeiten, die das Thema Pferd betreffen, können mir den Spaß an einen Buch komplett
verderben. Bei den meisten anderen Fachgebieten fällt mir das entweder nicht auf oder ich kann
großzügig darüber hinwegsehen. Aber wehe, es schreibt jemand von der „Schnauze“ eines Pferdes
oder von seinen „Vorderläufen“...

Welches Buch ist den momentanes Lieblingsbuch? Kannst du sagen warum, oder ist das einfach nur so ein Gefühl? 
Quelle: Ulrike

Ein Lieblingsbuch? Ich erlaube mir, Bücher aus mehreren Sparten auszuwählen:
Klassischer Roman, dem man gelesen haben sollte: Buddenbrooks von Thomas Mann. So, wie ein
Klassiker sein muss: ca. 20 Seiten zum warmwerden und wenn man die überwunden hat, möchte
man das Buch nicht mehr aus der Hand legen und wissen, wie es Tony, Thomas, den Johanns und
der restlichen Familie ergeht.
Novellen für den schnellen Lesegenuss [per Definition kann man die in einem Rutsch lesen]: Alle
von Theodor Storm, vornweg Der Schimmelreiter, weil die Schachtelung mit dem Rahmen so gut
ist, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, „wo man gerade ist“. Außerdem enthält es Hufspuren.
Memoir für den Blick über den Tellerrand: Vier Tage im November. Mein Kampfeinsatz in
Afghanistan von Johannes Clair. Er berichtet auf eindringliche Weise von seinem Einsatz als
Fallschirmjäger. Das Memoir ist, wie er selbst schreibt, eine Brücke zwischen den Bürgern zuhause und den Bürgern in Uniform.
Krimi für die Spannung: Die Wallander-Reihe von Henning Mankell. Darauf aufmerksam wurde
ich durch die Serie mit Krister Henriksson. Obwohl ich die Filme zuerst gesehen habe und die
Lösung jeweils schon kenne, verschlinge ich die Bücher. Die Serie mit Kenneth Branagh kommt für
mich nicht in Frage.
Drama, obwohl das eigentlich keine Lesegattung ist: Die Verspätung von Wolfgang Hildesheimer.
Hat entfernte Ähnlichkeit mit Die Physiker von Dürrenmatt, ist aber weniger bekannt und nicht
minder lustig. Aber noch eine Spur absurder. Das ganze Werk von Hildesheimer ist toll. Wer lieber
Prosa liest, dem sei Das Paradies der falschen Vögel empfohlen.
Sachbuch - die beste Reitlehre: So verdient man sich die Sporen von Hans Stern. Ein Klassiker, der
einen Haufen Übungen enthält und der sehr unterhaltsam geschrieben ist.
Buch, das alle Kategorien sprengt: Staatsexamen. 81 Sprachbetrachtungen von Beat Gloor. [Eigene
Schreibweise: staat sex amen] Hier wird die Sprache durch den Reißwolf gedreht, sabotiert,
zerstückelt und neu zusammengesetzt. Jeder Text behandelt ein anderes Phänomen und manche
eignen sich sogar für den Deutschunterricht.
Die Liste ist ex hohlo Baucho entstanden, aber das sind die Bücher, die ich anderen Lesern ans Herz
legen möchte, weil sie mir persönlich so wichtig sind. Ähnlich wie die große Liebe will man das
Lieblingsbuch ja auch allen vorstellen und am liebsten die ganze Zeit händchenhaltend durch die
Gegend laufen.

Wenn du dir die perfekte Leseumgebung vorstellst, wie sieht die aus? 
Eine „kleine“ Privatbibliothek mit hohen Wänden, die bis auf den letzten Zentimeter mit hohen
Regalen vollgestellt ist. Oder noch exklusiver: in einem hohen Raum, der sogar noch über eine
Galerie und eine zierliche Wendeltreppe dahin verfügt. Auf alle Fälle etwas mit echten Büchern aus
Papier in Regalen und einer bequemen Sitzgelegenheit, auf der man es lange aushält. Anne Fadiman hat dazu ein paar interessante Texte geschrieben und unter dem Titel Ex Libris veröffentlicht. Das ist
übrigens auch ein Lieblingsbuchkandidat.

Du bloggst ja auch über Bücher. Wieso hast du damals angefangen damit? 
Was macht dir besonders Spaß daran?
Mit dem Bloggen habe ich angefangen, weil ich schon immer versucht habe, mein Umfeld von Büchern, die mir gefallen haben, zu begeistern. Meine ersten Rezensionen über Jugendbücher habe ich bevor es das Internet gab, in eine Kladde geschrieben. Es macht mir Spaß, als Bloggerin Autoren zu treffen und sie über ihre Bücher zu interviewen. Dabei kann ich auch meine (Hochschul-)radio-Erfahrung nutzen. Im Alltag genieße ich es, mit jedem Buch in eine neue Welt eintauchen zu können.

Tee oder Kaffee?
Morgens und außer Haus Kaffee, sonst Tee. Wenn in einem Buch ein Getränk genannt wird, dann auch gerne das. Außer der Limonade, die in Kabale und Liebe vorkommt. Außerdem suche ich noch nach dem ultimativen Butterbierrezept.

Süßes oder Salziges?
Eher süß. Als gebürtige Bönnsche kommt man ja nicht um eine gewisse Fruchtgummimarke herum und als Expat im Ländle lachen einen überall quadratische Schokotafeln an.

Sommer oder Winter?
Sommer: Radfahren und lange Tage
Winter: guten Gewissens mit einem Buch daheim verkriechen und Suppen essen. Unentschieden

Kennt ihr Ulrikes Blog schon? Wenn nicht schaut einfach mal vorbei

Keine Kommentare

Und was meinst du?
Lass doch einen Kommentar da, ich freue mich dann immer ganz doll :)

Powered by Blogger.