[Leserunde Little Brother] Kapitel 1 - 4

25. Februar 2017

oder auch: huch, das ist aber schnell eskaliert



Hallo und herzlich Willkommen bei unserer kleinen Leserunde zu Little Brother!

Erstmal etwas zum allgemeinen Ablauf: Elli (Buchhaim), Maike (Kunterbunte Flaschenpost) und ich werden uns mit diesen Beiträgen abwechseln. Wir haben das Buch in 4 Abschnitte eingeteilt:

Kapitel 1 bis 4
Kapitel 5 bis 10
Kapitel 10 bis 17
Kapitel 17 bis Ende

Jede Woche gibt es mal, mehr mal weniger Fragen dazu. Aber es soll nicht nur um das Beantworten der Fragen gehen: Diskutiert miteinander! Werft neue Fragen auf! Wir haben das Buch alle in letzter Zeit auch nicht mehr gelesen, werden also gleichzeitig mit allen anderen lesen. Da kann es sein, dass uns doch wichtige Punkte durchgerutscht sind.


Wo bekomme ich das Buch?

Beim Buchhändler deines Vertrauens. ( ISBN 978-3-499-21550-6 ist das Taschenbuch ^^)
Oder dank Creative Commons Lizenz auch völlig kostenfrei im Internet als ebook:

Englische Version (24 verschiedene Formate, von epub und mobi bis zur Möglichkeit das Buch auf einem TI Taschenrechner zu lesen)

Deutsche Fan-Übersetzung (pdf, nicht identisch mit der rowohlt-Version!)

Deutsches Fan-Hörbuch

Und die Fragen?

Ja,ja,ja, geht ja schon los. 

Könnt ihr die Reaktion der Regierung nachvollziehen? 

Wie würdet ihr reagieren? 

Warum wird ausgerechnet Markus in Gewahrsam genommen?

Meine Antworten gibt es in den Kommentaren. Warum? Weil ich es dank Wahlpflichtpraktikum noch nicht ganz durch die vier Kapitel geschafft habe.

Übrigens: Auf Twitter werden wir den Hashtag #trauekeinemüber25 benutzen :)

Kommentare:

  1. Hmm, ich weiß noch nicht so wirklich was ich von dem Buch halten soll. Die Schule alleine ist ja schon total krass. Schrittzähler, RFID-Chips in Büchern, Laptops mit Software, die die Schüler total überwacht, etc. Da fragt man sich schon, wozu man das alles braucht. Natürlich es geht, aber ist es deshalb auch richtig? Früher ging es in der Schule ja auch ohne diesen ganzen Kram. Ich halte das tatsächlich nicht für unwahrscheinlich, dass es Leute gibt die sowas alles haben wollen. Die Mentalität, wenn du nichts zu verbergen hast, dann teile doch diese Daten, gibt es ja durchaus. Kommt ja auch hier in Deutschland bei Themen wie der Vorratsdatenspeicherung zur Sprache.
    Ob ich das Vorgehen der amerikanischen Regierung für realistisch halte? Ich glaube, es ist schon sehr überspitzt dargestellt. Auf der anderen Seite gab es natürlich Guantanamo wo mögliche Terroristen ohne jegliche Rechte festgehalten wurden. Aber ich meine schon, dass die Regierung doch ziemlich schnell rausgefunden hätte, dass Markus eher ungefährlich und nicht relevant ist. Ganz ehrlich, welcher Terrorist rennt denn den Polizisten oder dem Militär direkt in die Arme? Alleine das disqualifiziert die Gruppe doch schon als Terroristen.
    Gut, vielleicht, wird es in Zukunft wirklich so sein. Trump rüttelt ja gerade ordentlich an den Grundfesten der Demokratie. Aus dem Blickwinkel betrachtet, erscheint das Ganze wieder realistischer. Erstmal alle für Terroristen halten und schlecht behandeln und sich dann wundern, warum man solche Zombies schafft, die mit allen Mitteln für ihre Privatsphäre kämpfen. Wäre irgendwie passend.
    Ich bin gespannt, was ihr so zum Buch zu sagen habt und was für eine Diskussion noch bei twitter aufkommt.

    LG, Moni

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    1. Hallo Moni,

      an meiner Schule wurde das Internet damals wirklich überwacht. Und auch alle mit dem Schulnetzwerk verbundenen Geräte. Und das traf nicht nur auf die schuleigenen PCs und Laptops zu sondern auch auf private Handys und Laptops (auch wenn damals "nur" Internatsschüler für diese einen Zugang beantragen konnten). Angeblich um uns zu schützen. Aber man konnte wohl eben auch über dieses Netzwerk auf die verbundenen Geräte zugreifen mit einem Administrator-Account. Und die meisten Seiten waren sowieso gesperrt (National Geographic war wegen Pornographie gesperrt, Wikipedia zwischenzeitlich mal wegen "Sonstiges"). Als Externe nervig aber okay, aber als Internatler doch frustierend. Auch wenn es ironischerweise durch das überwachte System etwas besser geworden war, weil dort nach Internatsschüler und Externer Schüler unterschiedenen wurde. Internatler konnten z.B. auf youtube, Externe nicht. Klar, das System hatte auch Vorteile z.B. Ordner/Foren für die einzelnen Kurse und die Möglichkeit zu drucken, aber so ein bisschen Überwachungsstaat war es schon. (Das der Internatsleiter gefühlt immer alles wusste, half bei dem Eindruck nicht unbedingt).
      Die Schule von Marcus ist da nur wenige Schritte weiter, wobei in Deutschland die Eltern da wahrscheinlich auf die Barrikaden gehen würden. Datenschutz und so. Aber in vielen anderen Ländern sieht man das ja nicht ganz so eng, wie hier. Den Teil finde ich gar nicht mal so unrealistisch.

      Das die so extrem hinter denen her sind ist schon eher komisch. Man glaubt immer, sowas kann nicht passieren. Andererseits verhalten sich Marcus und die Anderen eben auch nicht typisch für Teenager. Mal abgesehen davon, dass sie eigentlich in der Schule sein sollten! Nachdem Cory Doctorow mit dem Folgeband "Homeland" quasi Snowden vorhersagt, tendiere ich eher zu "Das könnte schon so passieren".

      LG
      Lena

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    2. Ach, ich glaube so einige Eltern würden das auch gut finden. Ich finde das ja schon schlimm, dass die Kinder mittlerwiele oftmals viele Jahre zur Schule gefahren werden. Ich bin seit der 1. Klasse alleine zur Schule gegangen. Das mit der Schule halte ich auch durchaus für realistisch und finde das schon irgendwie eine gruselige Vorstellung. Es wird ja auch irgendwie als nötig angesehen. In der nächsten Generation ist das wahrscheinlich schon alles normal. Ich gehöre zur letzten Generation, die weitgehend ohne Handy und PC aufgewachsen ist. Ich hatte mein erstes Handy mit 16 und den ersten eigenen PC zu Hause gab es glaube ich mit 14. Vorher hatte ich mit diesen Dingen nichts zu tun. Vielleicht bin ich da deswegen auch etwas kritischer. Für mich ist das auch mit den Computern, die wir mittlerweile in der Hosentasche mit uns rumschleppen ein echtes Wunder. Wie rasant sich die Technik in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, ist schon echt krass.

      LG, Moni

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    3. Hi ihr Beiden!
      Es kommt einem sehr überspitzt vor, weil wir das hier so einfach nicht kennen. Nicht ganz korrekte Überwachung gab es aber leider schon in Schulen (http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-02/schule-spionage-webcam) und vermutlich gibt es noch viel mehr Fälle, die nicht bekannt sind. Im Grunde ist es ja auch nicht schwierig, so wie die Leute mit ihren Daten umgehen (Nicht, dass das man das als Einladung verstehen sollte). Zu dem "In die Arme rennen": Vielleicht ist das gar nicht so abwegig? In vielen Thrillern gibt es doch auch immer das Phänomen, dass der Killer sich in der Nähe der Ermittlungen aufhält? Natürlich nicht diese Jugendlichen, aber wer weiß...
      Liebe Grüße,
      Elli

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    4. Hallo ihr Lieben,
      es ist tatsächlich so, das Überwachungen in Schulen bereits vor Jahren zum Einsatz kamen und noch immer kommen. Ich habe unlängst einen Bericht gelesen, in dem es darum ging, dass die Schulen nur für anwesende Schüler finanzielle Unterstützung bekommen, weswegen die Schulen ihre Schüler mithilfe von Überwachungstechnologien überwachen. Ich finde das schon ziemlich heftig, zumal das sicherlich nicht so ganz mit den Grundrechten zusammenpasst. Und darum geht es Marcus ja schlussendlich auch: er kämpft für die Einhaltung der Rechte.


      Liebe Grüße
      Maike

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  2. Hey :)

    Mit ein bisschen Verspätung jetzt auch mein Kommentar zu den ersten vier Kapiteln ... Ich hab mich ehrlich gestanden ein bisschen schwer getan mit dem Buch. Nicht wegen der Sprache, die ist in Ordnung, aber wegen der technischen Exkurse. Ich verstehe zwar, warum sie da sind (die meisten werden darüber sehr wahrscheinlich nicht Bescheid wissen), aber das hat mich immer wieder rausgerissen. Aus dem Grund habe ich auch zu den Figuren noch nicht so die große Beziehung aufbauen können.

    Der Anfang ist ja eher gemächlich - und dann kommt der große Cut. Fast im wortwörtlichen Sinn wird die Welt der Jugendlichen komplett auf den Kopf gestellt. Die Stelle musste ich dann sogar zweimal hören, weil das irgendwie auf einmal sehr, sehr rasch ging. Die Szenen mit Frau Strenger Haarschnitt sind schon ziemlich heavy, aber ich denke, die sind nicht aus der Luft gegriffen. Die USA waren noch nie dafür bekannt, zimperlich zu sein, wenn es darum ging, Informationen zu bekommen und ihren Willen durchzusetzen ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hey Ascari,

      Das stimmt natürlich, auch die ganze Sache mit den Waffen, die die Amis unbedingt behalten wollten, ist für mich auch immer schleierhaft. Ich denke trotzdem immer, dass die doch erkennen müssen, dass das nur einfache Jugendliche sind. Aber vielleicht bin ich da echt zu kritisch und mein Denken ist zu europäisch. Ich finde das nur so traurig irgendwie dann. Das ist unser glorreiches Beispiel für die Demokratie??? Da muss man sich dann ja auch nicht wundern, warum sich solche Länder wie der Irak und Afghanistan so einen Mist nicht andrehen lassen wollen. Da muss ich aber auch an die letzte Folge von Arrow denken, die ich gesehen habe. Da kam der Satz vor: America, land of the brave and the stupid. :)

      LG, Moni

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    2. Hallo Ascari,

      ja der Sprung ist wirklich heftig. Aber so ist es ja auch im realen Leben: Plötzlich ist alles anders.

      Moni, wir haben mal eine wunderbare Stunde im Politikunterricht damit verbracht zu analysieren, warum die USA eigentlich gar nicht so richtig eine Demokratie sind. (Und die Woche drauf dann unser deutsches System auseinander genommen.)

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    3. Ich habe das Gefühl, in Amerika ist die Demokratie mehr Schein als Sein und Mitglieder und Vertreter der Regierung sind wohl die, die demokratischen Rechte am wenigsten einhalten. Zumindest nicht, wenn sie dadurch nicht das bekommen, was sie gerne hätten. Und genau dieses skrupellose Vorgehen zeigt sich auch hier in Little Brother. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich reagiert hätte. Ich hätte mir wohl vor Angst in die Hosen gemacht und wahrscheinlich auch das ein oder andere preisgegeben, aber rebelliert hätte ich, glaube ich auch. Wobei ich es wirklich schwer finde, solche "Was wäre wenn" Fragen zu beantworten. Das ist eine Extremsituation und man weiß nie, wie man da handeln würde.

      Liebe Grüße
      Maike

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  3. So, die ersten vier Kapitel habe ich gelesen. Ich muss sagen, mir erging es anfänglich wie Ascari. Zu viel technisches Vorgeplänkel. Von allem schon mal in der ein oder anderen Form gehört, mein Wissen ist da allerdings recht oberflächlich bis kaum vorhanden. Die genauen technischen Details interessieren mich, ehrlich gesagt, auch nicht so. Aber ich denke, man begreift sehr schnell, worum es geht. Nach diesen ersten Seiten bin ich dann auch gut in die Handlung reingekommen. Es wird ja schnell spannend. Nun zu den Fragen:
    1. Jein. Mir ist völlig klar, dass man nach so einem Anschlag möglichst schnell Ergebnisse vorzeigen möchte. Doch wahllos Leute mitnehmen und sie dann auch noch so zu behandeln. Das geht nicht. Der einzige Verdacht, der vorlag, war, dass sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren. Unfassbar, dass dieses Vorgehen autorisiert wurde!
    2. Ich hätte denen wohl gleich alles gesagt, was sie wissen wollen und nicht erst große Reden geschwungen. (Die Frage zielt doch auf Markus, oder? :) )
    3. Mitgenommen haben sie ja alle. Da Markus jedoch nicht gleich kooperiert hat, meinten sie wohl, er hätte etwas zu verbergen. Warum sie ihn gleich in den Wagen gezerrt haben, weiß ich jedoch auch nicht. Vielleicht hielten sie es tatsächlich für möglich, dass er ein Attentäter ist und wollten schlimmeres vermeiden? Vielleicht sah all sein Equipment einfach zu verdächtig aus, das er dabei hatte.

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    1. Diese Frage danach, warum sie Markus (und ja auch seine Freunde) mitgenommen haben, stelle ich mir seit dem ersten Lesen des Buches immer und immer wieder. Einerseits sind sie ja schon irgendwie verdächtig: Sie sind an der Oberfläche, sie sind während der Schulzeit überhaupt draußen, sie werfen sich quasi vor das Auto... Andererseits sind sie aber eben auch nur Jugendliche. Nicht jeder, der die Schule schwänzt ist gleich ein Attentäter.
      Das Equipment, was er dabei hat ist ja gar nicht so offensichtlich. Das passt in eine Jacken oder sogar Hosentasche (je nachdem wie groß sein Arphid-Dings ist). Bei mir würde man auch eine absurde Anzahl an USB-Sticks finden. Mit teils recht komischen Inhalten, weil ich die meist benutze um Sachen für die Uni auszudrucken.

      Schön, dass du dabei bist :) Und dich vom technischen Vorgeplänkel nicht hast abschrecken lassen. Die erste Szene ist ja schon etwas seltsam :D

      LG Lena

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    2. Hi,
      da bin ich ja mal gespannt, wie dir die nächsten Abschnitte gefallen. Weitere technische Spielereien sind da leider notwendig. :)
      Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich in einer solchen Situation reagieren würden. Man denkt ja immer, dass man einen kühlen Kopf bewahrt aber wenn dann doch mal etwas passiert, läuft natürlich alles ganz anders. Er wusste ja am Anfang auch nicht, mit wem er es überhaupt zu tun hat. Da würde ich vermutlich auch nicht gleich losplappern.
      Grüße,
      Elli

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    3. Der Fakt, das sie sich vors Auto werfen, macht mich aber auch irgendwie stutzig. Wenn sie sich nicht vors Auto geworfen hätten, wären sie dann mitgenommen worden? Ich denke nicht. Die Methode der Regierung kommt mir irgendwie recht schleppnetzartig vor...

      Ich bin jedenfalls heute ein gutes Stück vorangekommen und die technischen Details konnten mich nicht abschrecken. ;)

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Und was meinst du?
Lass doch einen Kommentar da, ich freue mich dann immer ganz doll :)