[Rezension] A is for Arsenic

20. Januar 2017


Informationen zum Buch

Quelle: Bloomsbury Sigma

A is for Arsenic - The Poisons of Agatha Christie

Kathryn Harkup

Taschenbuch
288 Seiten
ca. 15€
ISBN 978-1472911322
Website des Verlags




Erster Eindruck:

Art Deco heißt der Stil glaube ich. Auf jeden Fall mag ich ihn und er passt zu den 20er Jahren, in denen Agatha Christie ja auch berühmt wurde.

Inhalt:

Agatha Christie hat in ihren Büchern sehr viele Menschen umgebracht. Nicht wenige davon mit Gift, als Apothekengehilfin kannte sie sich mit Chemikalien und pflanzlichen Giften auch sehr gut aus. In diesem Buch werden 14 verschiedene Gifte aus 14 ihrer Bücher vorgestellt. Von A wie Arsen bis V wie Veronal.


Meine Meinung

Ich habe bisher erst ein einziges Buch von Mrs Christie gelesen. Aber mehr als nur einen Fachartikel über ihre Gifte. Pharmazeuten (und Toxikologen) sind glaube ich schon von Berufs wegen Fans. Als ich dieses Buch dann gesehen habe musste ich es deswegen unbedingt haben.
Jedes Kapitel ist dabei unterteilt in eine kurze Einführung zum Gift, dessen Wirkmechanismus, einer Erklärung wie es nachgewiesen wird und was das Gegengift ist. Und natürlich einem Abschnitt dazu wie Agatha Christie es verwendet hat und welche realen Fälle es gab.

Vom fachlichen her würde ich sagen: ja, das Buch ist wirklich gut recherchiert. Vor allem dafür, dass die Autorin selbst „nur“ Chemikerin ist, sich also wahrscheinlich in ihrem bisherigen Berufsleben gar nicht so viel mit der Toxikologie, also der Lehre der Gifte, beschäftigt hat. Einen Rechenfehler habe ich gefunden, aber der soll in den Taschenbuchausgabe (der mit dem weißen Cover) nicht mehr drin sein.  Außerdem hat es mich teils irritiert, dass die Gifte (und ihre Gegengifte) oft nur aus der Zeit Agatha Christies beurteilt wurden. Das kann natürlich auch mit den Unterschieden zwischen dem deutschen und dem britischen Gesundheitssystem zusammenhängen. Aber das Physostigmin nicht als Gegengift zu Atropin erwähnt wird? In Deutschland wird das dafür verwendet, auch weil ein Notarzt es wahrscheinlich sowieso dabei hätte. Pilocarpin sollte zwar auch funktionieren (so vom Mechanismus her), ist aber glaube ich eher historisch.

Äh ja, soweit zu meinem Exkurs in die Toxiologie. Ich kann auf jeden Fall versprechen, dass das Buch für Laien geschrieben ist. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Auch wenn man die Strukturformeln am Ende wohl nur als entsprechend vorgebildeter Mensch schätzen kann.  Gut, gefallen hat mir auch, dass einige der „alten“ Nachweismethoden sehr genau erklärt werden. Einige kannte ich bereits (z.B. der Nachweis auf Arsen), aber von anderen hatte ich noch nie gehört.

Ein Interesse für Gifte, Chemie und den menschlichen Körper ist auf jeden Fall von Vorteil. Für mich sind die Namen von Medikamenten und generell chemischen Strukturen etwas normales, aber es sind eben irgendwie Zungenbrecher. Genauso wie viele der Fachausdrücke, die im Laufe des Buches dann doch eingeführt werden. Der Wirkmechanismus wird auch sehr detailliert beschrieben (wesentlich detaillierter sind die Mechanismen oft auch gar nicht bekannt)

Fazit

Das perfekte Buch für jeden Fan von Agatha Christie, jeden Naturwissenschafts-Fan und für Mediziner, Apotheker und Toxikologen sowieso. Für angehende Mörder nicht so, die erwähnten Gifte sind heute alle gut nachweisbar.

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