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Vermählung - Rezension

[Rezension] #fingerweg

Informationen zum Buch

Quelle: Carlsen

#fingerweg



Taschenbuch
224Seiten
6,99 €
ISBN 978-3-551-31543-4
Website des Verlags

-Rezensionsexemplar-

Erster Eindruck:

Irgendwie mag ich das Cover, auch wenn es nichts besonderes ist. Es zeigt eine gewisse Verletzlichkeit.

Inhalt:

In Lisas Leben läuft grade alles super. Direkt nach dem Abitur bekommt sie ihr Traumpraktikum: Bei Maxime Léon, einem bekannten Regisseur. Damit stehen ihr alle Türen in der Filmwelt offen und interessant ist es auch noch.  Wenn sie sich bloß nicht so unwohl fühlen würde in Maximes Gegenwart.


Meine Meinung:

Ich hatte Angst, dass #fingerweg ein Buch mit erhobenen Zeigefinger ist. Glücklicherweise hält sich die Autorin da zurück. Stattdessen zieht sie einen in die Geschichte. Man leidet mit Lisa mit und ist genauso wie sie vor allem eines: Verwirrt und verunsichert.
Besonders toll fand ich, wie gut es Susanne Fülscher gelingt das Problem des „Grenzen ziehen“ darzustellen. Es scheint so einfach zu sagen „Mir könnte das nie passieren“, aber oft ist der Übergang eben fließend. Lisa kämpft mit genau diesem Problem: Was ist einfach nur unangemessen und was ist schon sexuelle Belästigung. Und wo zieht man da die Grenze? Und wie wehrt man sich? Schließlich wird uns allen beigebracht immer nett zu bleiben.
Das Thema von #fingerweg ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges und noch dazu ist dieses Buch gut geschrieben. Es ist allerdings definitiv an die Altergruppe 16-20 gerichtet. Mein Abitur ist noch nicht so lange her, aber in der Welt von Lisa habe ich mich trotzdem nicht wirklich heimisch gefühlt. Sie wirkte irgendwie fremd, da sie doch mehr auf das Internet fokussiert ist.
Mein großes Problem mit diesem Buch ist das Ende. 


Achtung Spoiler! Zum Aufklappen bitte klicken
Denn ich glaube an den Rechtsstaat und ich glaube, dass es keiner verdient hat in den sozialen Medien fertig gemacht zu werden. Egal was er oder sie getan hat. Natürlich ist es grade bei so Sachen wie sexueller Belästigung schwierig das zu beweisen und nicht immer kommt es zu einer Verurteilung. Aber es ist trotzdem nicht richtig erst an die Öffentlichkeit zu gehen, wie es Lisa tut, und dann erst Anzeige zu erstatten.


Fazit:


Ein toll geschriebenes, wichtiges Buch. Aber auch leider eines, dessen Ende mich sehr enttäuscht hat. Deswegen gibt es „nur“ 3 Sterne.


Kommentare

  1. Das Thema ist wohl für sehr viele Menschen und vor allen Dingen Frauen wichtig und leider zeitlos.
    Ich gebe Dir aber Recht, dass die Lösung im Buch nicht die richtige ist und man andere Möglichkeiten hätte aufzeigen können oder müssen. Da scheint mir eine Chance vertan worden zu sein. Schade.

    LG Gabi

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    1. Hallo Gabi,

      ja, ich finde das auch wirklich schade, dass die Möglichkeit nicht genutzt wurde. Bei "Sternschnuppenstunden"(Nicht ganz das gleiche Thema, aber doch ähnlich) war es damals ähnlich, da musste am Ende unbedingt noch der Zeigefinger rausgeholt werden und hat damit das Buch irgendwie ruiniert.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  2. Hallo, ihr Lieben, ich bin die Autorin des Buches und eben zufällig auf den Blog gestoßen. Ich kann schon in gewisser Weise nachvollziehen, wo euer Problem liegt. Allerdings empfinde ich das Ende nicht als "erhobenen Zeigefinger". Ich wollte einen spannenden und auch zeitgemäßen Roman schreiben und habe mich in Anlehnung an die #aufschrei-Debatte deshalb für dieses Ende entschieden. Lisa hat eine Wandlung durchlaufen. Sie ist mutiger geworden, zusammen mit den Freundinnen stark. Das zu zeigen, war mir sehr wichtig. Mit dem "Opfer" habe ich da weniger Empathie. Es wäre für den Plot zu dünn gewesen, Lisa nur zur Polizei zu schicken. Was passiert denn dort? Eine Anzeige, aber die Öffentlichkeit bekommt nichts davon mit. Und womöglich macht der "Täter" immer weiter ...

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    1. Hallo,

      danke für den Kommentar! Wirklich, ich finde es toll, dass du (darf ich einfach du sagen? Ich duze im Internet eigentlich jeden) dich hier zu Wort meldest.

      Das stimmt, schon das gefühlt bei der Polizei wenig passiert. Aber mMn verdient es trotzdem keiner im Internet fertig gemacht zu werden. Ich fand auch die #aufschrei-Debatte damals nicht gut. Grenzwertig, weil ja meistens keine Namen genannt wurden und es hat schon was gebracht irgendwie. Aber trotzdem. Für mich ist das einfach nicht rechtmäßig. Dafür gibt es doch Gesetze. Und wenn die nicht mehr in unsere Welt passen oder nicht richtig angewendet werden, dann muss man da ansetzen und versuchen was zu verändern und nicht Einzelpersonen oder Gruppen im Internet fertig machen. Ich hätte auch weniger ein Problem gehabt, wenn Lisa erst zur Polizei gegangen wäre. Es ist einfach die falsche Botschaft zu sagen "Selbstjustiz ist richtig". Man hätte ja auch erzählen können wie schwierig so eine Anklage ist und überhaupt der ganze Prozess bis es zur Anklage kommt. Das erfordert nämlich auch sehr viel Mut und Ausdauer.

      Der Kommentar über den Zeigefinger bezog sich übrigens nicht auf dich sondern einzig und allein auf Sternschnuppenstunden. Du bist ziemlich gut ohne Zeigefinger ausgekommen (eben vielleicht sogar etwas zu viel.)

      Liebe Grüße,
      Lena

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