Historische Romane

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Vermählung - Rezension

Bücher als Flucht vor der Realität?

An dieser Stelle sollte heute eigentlich ein ganz anderer Beitrag veröffentlicht werden. Nämlich ein Interview mit der Übersetzerin Christine Blum. Aber grade ist etwas anderes wichtiger.

Ich habe das Gefühl, als ob die Welt jetzt endgültig verrückt geworden ist.


Trump regiert quasi per Executive Order und die global gag rule, über die ich mich Anfang der Woche noch so aufgeregt hatte scheint heute das geringste Übel. Gut, das Einreiseverbot haben mehrere Richter mittlerweile teilweise wieder kassiert. Aber eben nur in Eilverfahren, eine richtige Entscheidung steht noch aus.

Theresa May ist grade aktiv auf der Suche nach neuen Verbündeten. Und schließt ausgerechnet mit der Türkei Verträge ab. Dass der Frieden in Irland grade am kollabieren ist, interessiert sie nicht.

Die Lage in Syrien wird auch nicht besser, auch wenn unsere Medien grade lieber über die USA berichten. In Libyen soll es angeblich KZ-ähnliche Einrichtungen in der Wüste geben. Und große Teile Afrikas hungern. Immer noch.

Tja und hier in Deutschland? Der Herr Seehofer verteidigt Trump. Die AfD hat in aktuellen Umfragen mehr als 10% und würde je nach Umfrage sogar drittstärkste Partei im Bundestag werden. Die Reichsbürger und andere rechte Spinner werden immer mächtiger und immer mehr zur Gefahr
.
Und ich? Ich sitze hier und lerne und versuche mich abends von dieser Welt abzulenken. In dem ich irgendwelche seichten Filme gucke oder ein feel-good-Buch lesen. Auf meinem Nachttisch liegen momentan drei Bücher, die ich alle schon angefangen habe: „Und in mir der unbesiegbare Sommer“, „1984“ und „Little Brother“. Im Moment mag ich keins davon weiterlesen. Sie sind einfach so unglaublich nah an der Realität. Grade „Little Brother“ spiegelt sehr viel von dem wieder, was grade in den USA vorgeht. Stattdessen habe ich gestern drei Folgen Doctor Who geguckt und anschließend noch Billy Elliott. Und dann habe ich im Bett angefangen nochmal „Daddy long-legs“ zu lesen.

Ich nutze Bücher als einen Fluchtort. Schon immer. Selbst schwierige Bücher sind eine Art Flucht, denn alle Probleme in ihnen kann man durch das Schließen des Buches lösen. Zu mindestens aus der Perspektive des Leser. Es tut gut einen Rückzugsort zu haben, eine ganze Welt in der es keine Probleme gibt. Eine Welt mit einem Happy End.

Aber irgendwie fühle ich mich auch schuldig. Wie kann ich es wagen mich in eine Fantasie-Welt zurückzuziehen, wenn da draußen die Welt mit jeder Minute mehr durchdreht? Was gibt mir das Recht mich da nicht drum zu kümmern? Selbst wenn es nur einige Stunden sind in denen ich mich nicht drum kümmere.

„Willst du Waffen? Wir sind in einer Bibliothek! Bücher! Die besten Waffen der Welt!“ – Der Doktor

Da kann mich selbst der Doktor nicht trösten. Ja, Bücher sind Waffen. Aber dafür muss man auch die richtigen Bücher lesen. Und ob meine Fluchtbücher dazu gehören? „Es gibt immer ein Happy End“ ist schließlich nicht so wirklich zutreffend auf die reale Welt. Sollte ich nicht eher endlich mal die oben genannten Bücher zu Ende lesen? Grade "1984", das ja im Moment wieder auf den Bestseller-Listen ist? Okay, zu „Little Brother“ planen wir grade einen Blogtour und Leserunde, also werde ich es spätestens Ende Februar sowieso (nochmal) lesen. Es ist ein tolles und wichtiges Buch. Aber im Moment möchte ich es am Liebsten wieder ins Regal stellen und es erstmal vergessen. Ist das okay? Sollte ich mich mehr aufregen? Mehr über relevante Bücher sprechen? Ich weiß es nicht.


Heute Abend werde ich wieder ein Wohlfühlbuch lesen. Es gibt schon genug Dinge, die mich am Schlafen hindern. Da muss meine momentane Lektüre nicht auch noch dazu beitragen.

Wie stehst du dazu?

Kommentare

  1. Huhu,

    wie gut ich dich verstehe. Ich bin jetzt 27 und bin schon seit der Grundschule ein Weltschmerz-Typ. Ich sage noch heute, ich kann nicht glücklich sein. Nicht solange ich weiß, dass auch nur ein Mensch auf der Welt zu unrecht leidet, hungert, flüchten muss. Dass ich nicht fühlen kann, dass ich in Frieden lebe, solange anderswo auf der Welt Krieg ist.
    In der Oberstufe kam im Politikunterricht dann genau die Frage auf. Ob wir uns wohl fühlen, ob wir uns fühlen, als würden wir in Frieden und Sicherheit leben. Und ich hab mich SO aufgeregt, weil alle anderen das sagten. 'In Deutschland herrscht Frieden. Was anderswo ist, beeinflusst uns ja nicht.' Nicht? Mich schon. Ich leide darunter. Mir tut es weh, macht es ... nicht Angst. Zumindest nicht so wie ein Kind Angst vor Fremden oder der Dunkelheit hat. Aber es macht mir dieses Gefühl, dass etwas Kaltes mein Herz in der Hand hält und langsam zerdrückt.
    Gegen Einzelschicksale bin ich mittlerweile abgehärtet. Bilder von Leichen oder hungernden Kindern können mich nicht mehr berühren, weil die entsprechenden 'Nerven' schon so überreizt sind, dass der Schmerz immer da ist, nicht mehr zu steigern.

    Und dennoch, trotz all dem, mache ich es wie du. Ich fliehe mich am Ende des Tages in lustige Bücher und seichte Serien (wobei ich DW nicht als seicht bezeichnen würde, dazu ist es viel zu intelligent, abenteuerlich und manchmal monsterreich). Warum mache ich es, wenn ich gleichzeitig doch predige, dass wir uns nicht vom Leid der Welt abwenden können?
    Weil ich sonst zusammenbrechen würde. Weil ich sonst den letzten Lebensmut verlieren würde, daran verzweifeln würde, dass wir nur wenig tun können. Ich bin nicht glücklich, wenn ich so etwas lese oder anschaue. Ich kriege das nagende Gefühl nicht aus meinem Hinterkopf, dass gerade die Welt zugrunde geht. Aber es gibt mir wieder Luft zum Atmen, um wieder Kraft zu schöpfen und dann am nächsten Tag wieder das kleine Zahnrad im System zu sein, das versucht, die Welt wenigstens beim Status Quo zu halten oder, wenn möglich, besser zu machen. Es gibt mir die Kraft, zu kämpfen. Weiterzuleben. In unserer heutigen Zeit ist das schon viel wert.

    Also lass dir von niemandem einreden, dass du dich auch noch mit Büchern beschäftigen musst, die dir die letzte Kraft rauben. Du merkst doch schon, was um dich herum passiert. Du machst dir schon Gedanken darüber. Solche Bücher sind eher wichtig, um Verblendung zu beseitigen.
    Du musst dich nicht schämen, wenn du mal keine Kraft hast. Das ist menschlich. Und dass du dich selbst hinterfragst, ist ja schon ein Zeichen, dass du nicht aufgegeben hast, es dir nicht egal geworden ist. Das ist es, was zählt.

    LG
    Taaya von Let 'em eat books

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    1. Hallo Tanya,

      schön, dass ich da nicht die einzige bin. Wobei ich es normalerweise gut verdrängen kann, aber die letzten Tagen waren eben doch sehr hart. Die Tatsache, dass Klausurenphase ist hilft auch nicht besonders.

      Danke für deinen Kommentar <3

      Liebe Grüße,
      Lena

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  2. Liebe Lena,

    ich ziehe gerade meinen imaginären Hut vor deinem aufrichtigen und ungeschönten Beitrag! Das Thema Eskapismus wird im Zusammenhang mit Büchern ja immer gern debattiert. Nun könnte man sich fragen, warum immer bei Büchern und nicht bei TV oder Filmen, die doch letztlich nur andere technische Möglichkeiten zum Erzählen von Geschichten haben. Doch das ist schon wieder ein anderes Thema ...

    Ich verstehe, warum dich diese Gedanken beschleichen. Und ja, es ist verdammt wichtig, dass Bücher wie "1984" heute noch - gerade heute(!) - gelesen und richtig (!) gedeutet werden (es gibt ja tatsächlich Trump- und AfD-Supporter, die in ihrem verqueren Weltbild das 1984-Szenario auf das aktuelle Europa und die Qualitätsmedien übertragen, statt auf ihre politischen Idole, die eifrig Zensur betreiben und falsche Informationen verbreiten).

    Aber auch oder gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, sich Büchern, Filmen, Serien, Musik zu widmen, die diese aktuellen Probleme kurzzeitig aus dem Kopf verdrängen - um all das Schöne in den Fokus zu rücken, für das man sich in diesem politischen und gesellschaftlichen Wahnsinn überhaupt stark machen muss; aber vielleicht auch als eine Art Prävention, damit man zwischen all diesen Nöten und dem Irrsinn nicht den Verstand verliert. In diesem Sinne: Lies und tu, was dir gerade gut tut und wonach dir gerade der Sinn steht!

    Liebe Grüße
    Kathrin

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    1. Danke Kathrin für deinen Kommentar!

      ja, warum Film und Fernsehen das nicht vorgeworfen wird, weiß ich auch nicht. Und Computerspiele trifft der Vorwruf ja auch nur in anderen Zusammenhängen. Dabei wäre so eine schöne Partie Sims oder Civ auch etwas was ich jetzt gebrauchen könnte :)

      Liebe Grüße,
      Lena

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  3. Hallo Lena,

    Ich finde deinen Beitag sehr mutig und kann dir in vielem nur zustimmen.
    Ich finde die aktuelle politische Situation und was gerade in der Welt passiert sehr erschreckend. Dennoch glaube ich, dass es ok ist auch mal für eine gewisse Zeit aus der Realität zu fliehen. Dass du wieder in die Realität zurück gekehrt bist und dich fragst, ob das alles so richtig ist, wie du es tust, spricht glaube ich eher für dich.
    Wenn man sich ununterbrochen mit dem ganzen Mist beschäftigen würde, würde man glaube ich bekloppt werden.
    Die nächste Bundestagswahl im September macht mir Angst, dass es Leute in diesem Land gibt, die Trump für sein Einreiseverbot noch loben auch und noch so vieles mehr. Manchmal regen mich die Kommentare, die bei facebook unter so manchem Beitrag stehen echt so auf, wenn da dann immer wieder steht Merkel muss weg, die hat die ganzen Flüchtlinge reingelassen und da gibt es noch so viele andere Sachen.
    Ich habe mich glaube ich noch nie so viel mit Politik beschäftigt wie im ganzen letzten Jahr und ich animiere dieses Jahr auch jeden dazu zu dieser Bundestagswahl zu gehen. Es gibt so viele, die die AfD nicht gut finden, aber dennoch einfach nicht hingehen, weil sie nicht wissen, wen sie wählen sollen. Das sind die Leute, die sich viel eher mal mit der Realität beschäftigen sollten. Einfach nur zugucken und andere die Entscheidung treffen lassen, das ist auf jeden Fall nicht gut.

    Von daher gönn dir ruhig deine wohlverdienten Pausen von der Realität.

    LG, Moni

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    1. Hallo Moni,

      ich war auch lange ein Mensch, der sich wenig für Politik interessiert hat. Und ich weiß auch noch nicht, wen ich im September wählen soll. Aber wählen werde ich auch jeden Fall und wenn es irgendeine Winzpartei ist. Es sind Prozentpunkte, die nicht an irgendwelche Radikalen gehen.

      Vielleicht ist Trump ja einigen Leute eine Lehre. Man kann es nur hoffen.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  4. Hallo Lena,
    danke für deinen offenen Beitrag. Ich denke schon, dass es total legitim ist, zwischendurch in Happy-End-Welten zu flüchten. Allerdings denke ich auch, dass es gerade heute sehr wichtig ist, sich auch dem Leben zu stellen. Wie, das weiß ich leider auch noch nicht wirklich. Ich z. B. habe seit ungefähr 20 Jahren keine Nachrichten verfolgt. Mein Tenor war immer: Wenn es was Wichtiges gibt, dann erzählt es eh jemand, wenn es mir niemand erzählt ist es nicht wichtig. Damit bin ich immer gut gefahren, denn letzten Endes berührt nur das Wenigste, was in der Welt passiert meinen kleinen Wirkungskreis hier zuhause. Ich habe tatsächlich damit angefangen, Nachrichten zu schauen, denn im Moment halte ich es für enorm wichtig, dass man direkt informiert ist. Gefühlt könnte jeden Tag eine Bombe hochgehen. Keine Ahnung, was wir dann tun sollen. Ich lese Bücher, wie Jahrhundertzeugen von Tim Pröse oder Der Junge, der nicht hassen wollte von Shlomo Graber und bin mir mit mir selbst einig, dass wir es nie wieder so weit kommen lassen dürfen. Gerade jetzt aber, vor der aktuellen Weltpolitik und auch der Situation in Deutschland fühle ich mich macht- und hilflos. Wählen gehe ich natürlich sowieso immer, seit ich es darf, ich fürchte nur, dass das in Kürze nicht mehr ausreichen wird. Und was dann? Ich weiß es nicht!
    Was will ich jetzt mit meinem Kommentar sagen? Eigentlich nur: du bist nicht alleine mit deinen Gedanken. Wir dürfen in die Bücherwelt entfliehen, aber wir müssen uns auch dem echten Leben stellen. Und ich denke, dass wir alle das auch tun.
    LG
    Yvonne

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    1. Hallo Yvonne,

      wenn es ganz schlimm wird gucke ich immer logo. Insgesamt habe ich meine Quellen für Nachrichten stark erweitert im letzten Jahr. Ich versuche viel Informationen aus erster Hand zu bekommen, glaube nichts, dass ich nicht in mehreren Medien gesehen habe. Und auf die Titel von irgendwelchen Beiträgen gebe ich schon lange nichts mehr. Während der letzten Wochen habe ich auf Twitter die Kommentare von Hank und John Green zu schätzen gelernt, letzterer hat gestern auch nochmal in einem Video die letzte Executive Order von Trump erklärt. Ich bin mal gespannt ob Hank das Thema am Freitag auch noch einmal aufgreift.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  5. Hallo!
    Ein Verstecken in anderen Realitäten ist es nur wenn du stattdessen etwas tun könntest, es aber vorziehst dem zu entfliehen. Die Frage ist was kannst DU als einzelne Person ausrichten? Ich zweifele ehrlich gesagt daran das sich irgentetwas ändert nur weil du ein Buch weniger liest oder einen Film weniger schaust. Oder?
    Schuldgefühle sind daher nicht unbediengt der Weg der etwas ändern wird. Wenn du dich über all diese Sachen ärgerst ist das verständlich, aber verändern wird es erst etwas wenn du aktiv wirst(in welche Richtung auch immer).

    Beste Grüße
    Twineety

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    1. Hallo Twineety,

      genau das ist doch die Frage: Sollte ich nicht lieber aktiver sein statt vor der Realität zu fliehen? Und sollten andere das nicht genauso tun? Klar, als Einzelperson werde ich nicht viel ausrichten können, aber viele Einzelpersonen zusammen?

      Liebe Grüße,
      Lena

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  6. Liebe Lena, du schreibst genau das was ich denke. Die schlechten Nachrichten aus der Realität scheinen kein Ende zu nehmen ind mir tun all die Menschen leid, die unter den Folgen leiden müssen. Ich lese auch um vor de Realität zu flüchten. Ich finde es wichtig, wenn wir auf uns Acht geben. Wir sollen zwar nicht die Augen verschliessen und alles Schlechte auf dieser Welt ignorieren, aber uns auch Pausen gönnen. Wir haben das Glück, uns Pausen gönnen zu können. Viele andere sind dem Wahnsinn jeden Tag ausgeliefert. Ich schau mir die Nachrichten an, les Bücher um mich abzulenken und irgendwie ein Gleichgewicht zu schaffen. Es ist wichtig uns Pausen zu gönnen, denn es nützt niemandem etwas, wenn wir nachts nicht schlafen können.
    Liebe Grüsse
    Julia

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    1. Hallo Julia,

      du hast Recht, es nützt niemanden, wenn wir nicht schlafen können und völlig durchdrehen.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  7. Liebe Lena,

    ich denke, es ist nur recht und billig, wenn wir die Augen vor dem, was in der Welt passiert, nicht verschließen. Trotzdem finde ich, sollten wir gerade deswegen mehr Achtsamkeit an den Tag legen, was uns selbst betrifft. Unseren Teil dazu beitragen, dass die Welt nicht vollendes zum Tollhaus wird. Und dabei den Blick nicht für die großen und kleinen Dinge verlieren, die uns glücklich machen. Sont haben wir nur noch ein schlechtes Gewissen, warum wir nicht mehr tun können und werden depressiv ... Schau dir mal die "Gänseblümchen der Woche"-Aktion an, dann weißt du, was ich meine.

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hallo Ascari,

      ich bin im Moment mitten in der Klausurenphase. Da ist es mit meinem geistigen Zustand eh nicht so weit her, ich ernähre mich quasi von Schokolade um es irgendwie bis zum 15. zu schaffen und da dann auch noch zu bestehen. Über den Punkt an dem Achtsamkeit noch hilft bin ich schon lange hinaus, fürchte ich.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  8. Gut geschrieben.
    Du hast recht, es passieren überall schlimme Dinge und die Augen verschließen können wir nicht, aber man muss sich immer die Frage stellen, was man selbst tun kann. Bei den meisten Dingen denke ich leider, dass man da als einzelner nicht viel machen kann. Gerade auf Trump oder das Geschehen in Syrien haben wir einfach keinen Einfluss, deshalb finde ich nicht, dass wir uns mit Gedanken darüber verrückt machen sollten. In unserer Freizeit sollten wir ja schon etwas tun, was uns entspannt und auch Spaß macht, denn uns endlos den Kopf zu zerbrechen bringt uns was das betrifft ja leider auch nicht weiter.
    Du hast schon recht, dass man gerne mal Bücher mit aktuell wichtigen Themen lesen und auch ansprechen darf, aber dabei sollte man auch die schönen Seiten des Lesens nicht vernachlässigen.

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    1. Hallo Jacquy,

      danke für deinen Kommentar. Die schönen Seiten des Lesens sollte man wirklich nicht vernachlässigen.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  9. Huhu Lena,
    natürlich sollen wir nicht die Augen vor dem Leid, dem Irrsinn und den Deppen in der Welt verschließen. Aber ich kann im Kleinen die Welt schöner machen.
    Wenn ich jemanden anlächele, dann ist er auch besser gelaunt.
    Wenn ich die Person, die mir auf den Fuß getreten ist, nicht zusammenscheiße, sondern mit einem "Kein Problem, ist ja nichts passiert" beruhige, dann ist dieser Mensch auch entspannter.
    Wenn ich mich dafür bedanke, weil mir eine Tür aufgehalten wurde oder sogar selber eine Tür aufhalten, dann wird die Welt wieder ein bisschen freundlicher und heller.
    Und wenn morgen der letzte Tag ist, dann pflanze ich heute einen Baum, weil ich daran glaube, wenn jeder im Kleinen agiert, wird die Welt besser.
    In diesem Sinne, bunten Vize-Freitag und trotz des grautristen Wetters lächelnde Grüße
    Elena

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    1. Moin Elena,

      danke für deinen aufmunternden Kommentar :)

      Liebe Grüße,
      Lena

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  10. Liebe Lena,

    vielen Dank für diesen Beitrag, den ich gerade (erst, ich weiß...) fand. 1984 liegt bei mir auch noch irgendwo in den Untiefen der Regale und wartet aufs Gelesen werden. Dass man sich nicht auch noch abends mit den großen, schweren Themen auseinandersetzen möchte - oder kann -, kann ich gut nachvollziehen. Irgendwann muss man auch mal abschalten, sonst kann man sich in jede Krise reindenken und reinsteigern und hilft damit auch niemandem. Komplett flüchten kann man sicher eh nicht, was ja auch ganz gut ist. Eine Grenze für sich selbst finden und ziehen, macht sicher Sinn. Vor allem auch der eigenen Gesundheit zuliebe. Gibt es da nicht den Begriff "Psychohygiene"? ;-)

    Ich wünsche Dir noch einen guten Start in den März und bin gespannt, welche Bücher Du hier als nächstes dann vorstellst. :-) Lass Dich nicht stressen!

    Liebe Grüße,
    Frauke

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    1. Hallo Frauke,

      da ist mir doch dein Kommentar völlig durchgerutscht. Entschuldigung dafür :)

      Du hast recht, es ist auch wichtig auf sich selbst acht zu geben und sich diese Flucht manchmal eben zu erlauben. In letzter Zeit habe ich auch schwierige Bücher gelesen. 1984 liegt allerdings immer noch ungelesen auf dem Nachttisch...

      LG
      Lena

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  11. Liebe Lena,

    ich habe jahrelang den ganzen Tag Radio (nachrichten) gehört, abends "heute", danach "Kulturzeit". Ich war immer top aktuell. Fand es wichtig. Letztes Jahr war dann plötzlich Schicht im Schacht. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Trump, der IS, die Ausländerfeindlichekeit, das gegenseitige Piesacken der Politiker. Seit Oktober habe ich keine Nachrichten mehr gehört. Also in der letzten Zeit dann öfter mal im Netz was gelesen. Und ich sage Dir: Es tut sooo gut! Dafür lese ich nicht nur Heile Welt. Denn ich will es schon auch verstehen, was da draußen passiert. Aber ich will nicht mehr jeden Tag davon berieselt werden.
    Ich habe jetzt angefangen mich hier vor Ort ehrenamtlich zu engagieren. Das tut total gut. Endlich habe ich das Gefühl, ich kann helfen und seh dem nicht nur tatenlos zu und jammer, wie schlecht die Welt ist. Man kann nur im Kleinen was verändern. Strom sparen, weniger Plastik kaufen, in Deiner Umgebung helfen.
    Richtung Trump kannst Du nichts verändern. Ich sag mal bös, das haben sich die Amis eingebrockt, nun müssen sie es auch auslöffeln. Im schlimmsten Fall, müssen wir alle es auslöffeln. Ich hoffe, es kommt nicht dazu.
    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Moin Lilly,

      ich höre eigentlich nur morgens beim Frühstück Nachrichten. Und meist lese ich zwischendrin im Internet diverse Nachrichtenseiten. Mittlerweile allerdings bewusst breit gefächert: Spiegel, Zeit, Guardian, De Telegraaf. Allein die verschiedenen Sprachen und dementsprechend Länderperspektiven lassen vieles weniger schlimm erscheinen. Auf Niederländisch hört sich sowieso alles niedlich und weniger schlimm an xD

      LG
      Lena

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  12. Hallo liebe Lena,

    es ist vollkommen in Ordnung Bücher auch in solchen Zeiten wie gerade jetzt als Fluchtorte zu nutzen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nur so diese Welt ertragen kann. Jeden Tag gibt es Nachrichten, die mich den Kopf schütteln lassen. Es ist wichtig, dass man dabei nicht seinen eigenen Optimismus und seinen Glauben an die Menschlichkeit verliert, auch wenn es schwer fällt. Aber besonders dann, wenn ich meine, dass diese Welt morgen untergehen wird, gibt es einen dieser lichten Momente. Egal ob mit oder ohne Buch!

    Ganz liebe Grüße
    Karin

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    1. Hallo Karin,

      ja manchmal möchte man schon fast die Nachrichten komplett ignorieren. Aber bisher steht die Welt noch, das wird sicher auch noch morgen so sein :D

      LG
      Lena

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  13. Hallo Lena,

    ein wirklich toller und tief bewegender Beitrag.
    Ich frage mich auch fast täglich, warum Menschen anderen Menschen so viel Leid zufügen und wie man da einfach weggucken kann. Ich kann es kaum noch ertragen Nachrichten zu sehen, da es mich total schmerzt die Bilder zu sehen. Deshalb besorge ich mir die Nachrichten auf anderen Wegen, aber das Leid bleibt trotzdem gleich und macht es nicht leichter.
    Dein Beitrag macht mich wirklich nachdenklich, denn auch ich flüchte gerne mit Büchern aus der Realität, aber bis jetzt habe ich mich noch nie gefragt, ob das gut ist oder nicht.
    Aber ich denke, dass es schon in Ordnung ist, denn jeder Mensch braucht ein Ventil um einfach mal den Kopf von all den Grausamkeiten frei zu bekommen und warum dann nicht ein nettes Buch lesen? Sonst zerbricht man einfach nur an allem.
    Mittlerweile "fliehe" ich auch öfters mal in die kleine Welt meines Sohnes und genieße seine Unbeschwertheit, aber was mich traurig macht ist, dass es leider wohl nicht immer so bleiben wird, ich aber nichts dagegen tun kann und dann brauche ich auch wieder eine Ablenkung um für einen kurzen Moment das zu vergessen.
    Du machst das genau richtig und lass dir von keinem was anderes einreden.

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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    1. Liebe Diana, danke für deinen Kommentar.

      es ist halt eine schwierige Frage zu der jeder seine eigene Meinung haben sollte :)

      LG
      Lena

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Und was meinst du?
Lass doch einen Kommentar da, ich freue mich dann immer ganz doll :)

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