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Vermählung - Rezension

[Rezension] Still

Informationen zum Buch

Quelle: Goldmann

Still


Übersetzer: Franchita Mirella Cattani, Margarethe Randow-Tesch
Taschenbuch
464 Seiten
€ 9,99 [D] € 10,30 [A]
ISBN 978-3-442-15764-8
Website des Verlags

Erster Eindruck:

Weiß. Sachbuch. Also eigentlich habe ich keinen wirklich Eindruck.

Inhalt:

Susan Cain war mal erfolgreiche Wall Street Anwältin. Und sie ist introvertiert.  Deswegen hat sie ein Buch geschrieben: Über stille Menschen in einer lauten Welt.

Meine Meinung:

Ich wollte dieses Buch ganz lange nicht lesen. Aber irgendwie tauchte es immer wieder auf. Und da bin ich dann doch eingeknickt.
Und was soll ich sagen? Lesenswert!

Das grundlegende Prinzip introvertiert/extravertiert kannte ich schon länger (Sims sei dank ;)), aber Susan Cain hinterfragt das und erklärt genau welche Charaktereigenschaften für sie unter introvertiert/extravertiert fallen.

Außerdem zeigt wie sich unsere westliche Welt im letzten Jahrhundert zu einer extravertierten Gesellschaft gewandelt hat. Denn im 19. Jahrhundert wurden stille, eher introvertierte Menschen noch bewundert, mittlerweile sind es eher die Menschen, die sich gut selbst verkaufen können, die bewundert werden. Zu mindestens in den USA.
Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte an diesem Buch, denn Susan Cain scheint über weite Strecken immer von „der Welt“ zu sprechen, aber natürlich ist das nicht überall gleich. Schon allein der Unterschied USA/Deutschland macht das deutlich, bei uns wird meiner Erfahrung nach noch etwas mehr Wert auf tatsächliches Können gelegt. Zwar ändert sich das auch und man muss sich immer mehr selbstdarstellen können, aber grundlegend muss man immer noch auch auf dem Papier die richtige Qualifikation haben.

Außerdem finde ich, dass teilweise etwas zu sehr auf dem fachlichen Hintergrund rumgehackt wird. Und teilweise widersprechen sich ihre Fachleute auch gegenseitig, was natürlich völlig okay ist – so funktioniert Wissenschaft – aber in einem populärwissenschaftlichen Buch wäre es schön, wenn das etwas sortierter wäre. Außerdem stimme finde ich, dass sie etwas zu sehr darauf herumreitet, dass Introvertierte ja so viel besser sind. Mag sein, dass wir überlegtere Entscheidungen treffen, aber manchmal müssen eben auch schnelle Entscheidungen getroffen werden.

Insgesamt ist „Still“ sehr verständlich geschrieben und auch trotz vieler zitierter Fachartikel gut zu lesen. Ich habe es auf jeden Fall fast in einem Stück durchgelesen. Überflüssig und wenig interessant fand ich nur den Anhang. Dort fand man z.B. eine Liste berühmter introvertierter Personen, ein Interview mit der Autorin etc. Aber neue Informationen: Fehlanzeige!

Fazit:

Ich würde „Still“ wirklich jedem empfehlen, ob man nun selbst introvertiert ist oder nicht. Mir hat es sehr geholfen Menschen generell zu verstehen. Und den einen oder anderen Tipp für introvertierte gibt es auch, jedoch ist es kein Selbsthilfebuch.


Kommentare

  1. Hey!
    Rezensionen zu Sachbüchern sind immer schwierig. Hast du gut hinbekommen. Ich würde mich auch eher als introvertiert bezeichnen, glaube aber, dass eine gute Mischung perfekt wäre. Weder zu sehr auf den Putz hauen, noch zu sehr Zurückhaltung üben. Ich beneide manchmal Menschen, die auch in großen Besprechungen ihre Meinung heraushauen. Es gibt so Menschen, die schaffen es, selbst wenn ihre "Fakten" falsch sind, andere davon zu überzeugen, dass sie Recht haben. Ich weiß es besser (also z. B. welcher Weg rechtlich korrekt wäre), schaffe es aber, durch meine Art nicht, gegen diese extravertierten (habe ich übrigens gerade bei dir gelernt, ich dachte, dass es extrovertiert heißtm aber nach Duden ist beides richtig) anzukommen. Das belastet mich dann schon, weil ich dann auch irgendwann aufgebe. Ich bin fest davon überzeugt, dass zu sehr introvertiert sein einen im Leben nicht weiterbringt. Manchmal sind klare Entscheidungen und seinen Standpunkt fest vertreten können gefragt, vor allem, wenn man in höheren Positionen beschäftigt ist.
    LG
    Yvonne

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    1. Hallo Yvonne,

      Ja, die Mischung wäre wohl wirklich perfekt! Ich finde an sich ist Introvertiert sein gar nicht schlimm. Es bedeutet ja eben nicht nur leise zu sein sondern eben auch jede Entscheidung genau zu durchdenken. Und in von Introvertierten geführten Teams sind die Ergebnisse meistens sogar besser! Ich kann dir "Still" wirklich ans Herz legen, Susan Cain erklärt sehr gut was die Vorteile und auch die Nachteile sind. Und wie man die Nachteile ausgleichen kann.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  2. Hi
    oh das Cover von der Eule und dem Raben ist ja cool.
    Die hat so nen Blick von wegen, was willst du von mir? Zumindest nehm ich das so wahr. Und ich liebe EULEN :)
    Gute Rezension - ich habe mich selbst sehr lange und tief mal mit den persönlichen Charaktereigenschaften von Menschen beschäftigt und finde es wirklich faszinierend, wie unterschiedlich und in wie viele verschiedene Facetten man das betrachten kann.
    Ich bin aber am liebsten bei den 5 Liebessprachen :). Und weiß auch welche Sprache ich hier spreche, welche ich aber auch perfekt verstehe :).
    Auch weiß ich mittlerweile das ich eher der Persönliche Hörer bin und selten der Sachliche.

    Liebe Grüße Nicole

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    1. Huhu,

      diese Auseinandersetzung mit den Persönlichkeitstypen hat mir an diesem Buch am Besten gefallen. Das ist wirklich unglaublich faszinierend!

      Liebe Grüße,
      Lena

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  3. Sachbücher lese ich ja eher selten. Aber da ich selbst introvertiert bin und gerade mit dem "sich selbst gut verkaufen" immer wieder Probleme habe, klingt das Thema für mich doch sehr ansprechend. Vielleicht kann ich daraus ein paar neue Tipps und Erkenntnisse ziehen.
    Vielen Dank, dass Du das Buch hier vorgestellt hast.

    LG Gabi

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    1. Huhu,

      oh ja, ich finde es beachtlich, dass Susan Cain ja mal Anwältin an der Wall Street war. Sie erzählt auch viel, wie sie das gut hinbekommen hat.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  4. Huhu,
    interessant, aber ich gebe zu, mich als extrovertierten Menschen interessiert es jetzt nicht wirklich.
    Liebe Grüße
    Elena
    #litnetzwerk

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    1. Hallo Elena,

      wobei ich es auch interessant fand generell über die verschiedenen Menschentypen zu lesen. Auch wenn es natürlich aus der Sicht eines Introvierten geschrieben ist.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  5. Hey,

    das hört sich gut an. Ab und zu lese ich gerne mal ein Sachbuch, wenn ich eines finde, das mich anspricht und ein interessantes Thema behandelt. Das ist bei diesem hier der Fall. Ich finde es spannend, etwas über die Menschen und ihre unterschiedlichen Verhaltensweisen zu erfahren. Dabei lernt man schließlich auch, andere besser zu verstehen und das ist immer gut.

    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Hallo Anka,

      ich lese auch nur selten Sachbücher, die meisten Themen sind mir einfach zu trocken und langweilig. Aber dieses hier war wirklich gut zu lesen.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  6. Hallo, dieses Buch hätte mich vom Cover her sehr gereizt. Aber die Thematik würde mich definitiv vom lesen abhalten. Deine Rezension war aber sehr aussagekräftig und mich selbst würde ich auch eine Mischung aus beidem nennen. Einen richtig typisch introvertierten Menschen habe ich noch nie kennengelernt, was aber wohl auch nicht so leicht ist ;-)
    Wünsche dir noch eine schöne Lesezeit
    Kasin

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    1. Susan Cain sagt an einer Stelle, dass ein rein introvertierte (und auch ein rein extravertierter) Mensch wahrscheinlich in der Klapsmühle landen würde. Also sind wir alle immer irgendwie eine Mischung. Nur halt mal mehr mal weniger.

      Liebe Grüße,
      Lena

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