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Vermählung - Rezension

[Lasst uns reden über...] Kinderbuchhelden


Nichts verscheuchte böse Träume schneller als das Rascheln von bedrucktem Papier.
– Cornelia Funke: Tintenherz

Quelle: Thienemann
Nur ein  Blick auf den Buchrücken sagt alles, beim Aufschlagen schlägt einem ein bekannter Geruch entgegen. Alles ist vertraut, der Titel wurde schon hunderte Male vorgelesen, selbst gelesen… Die ersten Wörter, ersten Sätze beginnen eine Zeitreise. In die eigene Kindheit. Zu dem Mädchen, das mit einem Pferd und einem Affen zusammen wohnte.
Dem Gespenst, das so gerne einmal am Tag unterwegs sein wollte. Zu den Zwillingen, die an ihrer neuen Schule erst einmal alles blöd fanden.
Oder zu einem Mädchen, das ihrer Großmutter doch nur ein bisschen Brot und Wein bringen wollte und mitten in ein Abenteuer stolperte…


Wir alle haben doch diese Bücher und Geschichten aus unserer Kindheit, die die sich eingebrannt haben. Die liebgewonnenen Figuren. Wie oft habe ich mir gewünscht es Meggie und ihrem Vater aus Tintenherz gleich tun zu können und Personen aus Büchern hervor zu lesen.  Oder mich hineinlesen zu können. Ich wollte wie Pippi Langstrumpf sein und mit Hanni und Nanni oder Dolly zusammen die Schule besuchen. Gegen graue Uniformen hätte ich nichts einzuwenden gehabt ;)

Mit dieser Einstellung bin ich nicht allein. Ich habe einige andere Buchblogger nach ihren Kinderbuchhelden gefragt. In einer (überhaupt nicht repräsentativen) Umfrage mit insgesamt 41 genannten Kinderbuchhelden und 77 Stimmen hat Pippi Langstrumpf gewonnen. 12 Stimmen, danach kommt Ronja Räubertochter (6 Stimmen) bevor die geballte Ladung Enid Blyton uns anlächelt (meist in Schuluniform ^^).Sprich: Es finden sich dort fast normale Kinder. Keine Superhelden, die jeden Tag aufs Neue Großes leisten.

Schauen wir uns doch mal an was Onkel Google zum Thema Helden meint:
Google Definition Held


Interessant, oder? Außergewöhnliche Taten sind also gefragt bei Helden. Aber trifft das auch auf die Kinderbuchhelden zu?


An den Figuren der Top 5 auf der Umfrage-Liste ist nichts Besonderes. Klar, Pippi und Ronja sind keine „normalen“ Kinder, aber zeichnen sie sich durch außergewöhnliche Taten aus? Nein, sie leben zwar ein verrücktes Leben, aber nach den Maßstäben dieses Lebens sind ihre Taten nichts Außergewöhnliches. Enid Blyton konnte "außergewöhnlich" noch weniger als Astrid Lindgren. Hanni und Nanni, Dolly und George, Dick, Julian, Anne und Timmy sind allesamt ziemlich normal. Das ein oder andere Abenteurer muss sein, aber etwas Großartiges kommt dabei nicht heraus.
Generell wurden wenige Figuren genannt, die durch außergewöhnliche Taten auffallen. Bei denen mit mehr als einer Stimme sind es nur Bibi Blocksberg und Harry Potter. Und ehrlich: Grade Harry hat genug Probleme um seine außergewöhnlichen Taten auszugleichen. Die außergewöhnlichen Taten werden ja sowieso quasi von ihm erwartet.

Ein Held in einem Kinderbuch ist meiner Meinung nach viel mehr als jemand der Außergewöhnliches leistet. Er oder sie ist ein Vorbild. Etwas das man sein möchte oder eine Flucht in eine ganz andere Welt. Aber dafür darf er nicht außergewöhnlich sein. Nicht zu sehr zu mindestens. Denn nur so können wir diese Magie erleben, die bestimmten Kinderbüchern innewohnt. Können in sie eintauchen und uns mit den Figuren identifizieren. Es sind Zauberbücher.

„Es gibt eine Menge Türen nach Phantásien, mein Junge. Es gibt noch mehr solche Zauberbücher. Viele Leute merken nichts davon. Es kommt eben darauf an, wer ein solches Buch in die Hand bekommt“ 
– Michael Ende: Die unendliche Geschichte

Lasst uns aufbrechen auf der Suche nach vielen weiteren Zauberbüchern. Diese Geschichten sind wichtig, für uns und für alle die nach uns kommen. Heute ist der Welttag des Buches, ein perfekter Tag um dieser Magie in den Büchern auf die Spur zu kommen.

Wer sind deine Kinderbuchhelden? An welche Kinderbücher erinnerst du dich besonders gut? Weißt du noch welches Buch dich zum regelmäßigen Leser hat werden lassen?

Twitter-Follower mögen es mitbekommen haben: Heute Nacht war ich zwischenzeitlich ziemlich verzweifelt. in meinen Augen passte nichts in dem Text zusammen. Grade die Umfrage wollte einfach nicht passen. Neben meinem Freund, der vorher schon mit mir dran gewerkelt hat, war besonders Henrik von zu ende gelesen ein Retter in der Not. Er hat mich davon überzeugt, das es so schlimm gar nicht ist. Noch einmal Danke! Hoffentlich hast du noch etwas Schlaf und Lesezeit bekommen!

Kommentare

  1. Schön, dass du dich mit diesem Thema beschäftigst, eine interessante Analyse. Für Kinder sind in der Regel schon Mama und Papa oder die große Schwester Helden, daher darf der Begriff nicht zu eng gefasst werden, das hast du ganz richtig erkannt. Im Alltag von Kindern geschieht viel Erstaunliches und Bewundernswertes - Vieles, was für uns Erwachsene selbstverständlich ist. Daher müssen Kinderbuchhelden auch keine großen Taten vollbringen, sondern einfach nur überraschen, etwas von ihnen lernen lassen oder einfach nur gute Freunde sein, mit denen man die Welt entdecken kann.
    Liebe Grüße,
    die Tintenelfe

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    1. Hallo Tintenelfe,

      schön hast du das gesagt.
      Ich finde das Thema Kinderbücher und deren Helden sehr wichtig. Wären Bücher bei uns zu Hause nicht etwas Selbstverständliches gewesen, ich glaube nicht das ich das Lesen so sehr lieben würde.

      Liebe Grüße,
      Lena

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  2. Huhu :)
    Ein interessanter Beitrag, der Erinnerungen wachruft :)
    Ich lese heute noch gerne ab und zu mal ein Kinderbuch. Aber die aus der eigenen Kindheit bleiben doch für ewig in der Erinnerung :)
    Liebe Grüße Melli

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    1. Moin :)
      Oh ja, diese Bücher sind einfach etwas ganz besonderes. In den Semesterferien habe ich die Merle-Trilogie angefangen noch einmal zu lesen. Das waren so mit meine ersten Fantasy-Bücher. Die meisten Kinderbücher liegen leider auf dem Dachboden in mehreren Kisten hinter den Einzelteilen eines Regals... Naja, die Hälfte ist eh schon so zerlesen, das man sie mit Samthandschuhen anfassen müsse, wurde ja teilweise auch schon in der dritten Generation gelesen :D

      Liebe Grüße,
      Lena

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  3. Liebe Lena,

    was für ein schööööner Artikel zum Welttag des Buches. Eine wirklich tolle Idee! Wenn man mich nach meinen liebsten Kinderbuchhelden gefragt hätte, wäre Ronja Räubertochter auf Platz 1 gewesen, dicht gefolgt von Pippi Langstrumpf und Linnéa, der kleinen kunstbegeisterten jungen Dame, die im Garten des Malers umherstiefelte. Mensch, wie ich das Buch geliebt habe: "Linnéa im garten des Malers" heißt es übrigens.

    Ich mag deinen Satz "Es sind Zauberbücher". Ja, das sind sie wirklich. Und sie geraten bis heute nicht in Vergessenheit. Im Idealfall erzählt man seinen Kindern noch davon. :)

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,

      "Linnéa im Garten des Malers" kenne ich gar nicht. Aber Ronja und Pippi kennt glaube ich wirklich jeder und jeder mag sie!

      Ich glaube fest an Zauberbücher! Und auch das sie jede Generation aufs Neue verzaubern können, wir haben viele Bücher, die schon mein Vater gelesen hat als Kind. Die Asterix-Hefte sind besonders zerlesen, die mag in der Familie jeder :D

      Liebe Grüße,
      Lena

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